Achtsamkeit, die Kunst des Wahrnehmens

Achtsamkeit, die Kunst des Wahrnehmens

Ein Gastartikel von Maria (Wohlfühlrezept.de)

Viele Menschen die gestresst sind hören oft den Satz, sie sollen achtsamer mit sich umgehen.

Doch was ist Achtsamkeit?

Ich persönlich habe Achtsamkeit immer als Appell an die körperliche Gesundheit verstanden.

Nicht zu viel schleppen, regelmäßig Sport machen, gesund essen.

Im buddhistischen Glauben ist jedoch damit geistiges Verhalten gemeint. Es bezieht sich auf den konzentrierten hier und jetzt Zustand. Ein Zustand, den viele Menschen zeitweise nicht beibehalten. Durch Meditation aber können sie es zu einem langanhaltenden Zustand werden lassen.

„Achte auf deine Gedanken – sie sind der Anfang deiner Taten.“ – Buddha Klick um zu Tweeten

Achtsamkeit ist die Eigenschaft die Welt aufmerksam wahrzunehmen und sich während der Wahrnehmung nicht in Gedanken aus Vergangenheit und Zukunft zu verstricken oder sich in selbstsüchtigen Gedanken, Urteilen und Projektionen zu verlieren.

Denn all das hält uns davon ab, den Moment so wahrzunehmen, wie er ist. Wenn wir uns in eigene Gedanken verstricken, verliert der Moment seine Facetten. Auch verlieren wir bei dem was wir tun die Konzentration und können unser Ziel schwer erreichen.

Mir persönlich ist letztens eine Begebenheit passiert, bei der ich merkte: In der Situation reagiere ich normalerweise nicht innerlich gelassen, weil meine Erwartungen in dieser Situation spezifisch sind.

Doch diesmal war etwas anders, ich habe mich mehr auf das Gezeigte konzentriert, als auf das, was mich störte. Ich führe meine verbesserte Achtsamkeit auf Yoga zurück, weil wir uns bei der dabei praktizierten Meditation auf Atem- und Körperzustände konzentrieren und nicht vom Drumherum ablenken lassen. Wir nehmen nur die Umgebung wahr, konzentrieren uns aber auf den Zustand.

Meine Situation: Ich war auf einer wichtigen Schulung und habe mir eine Vorgehensweise angehört, mit der etwas erreicht werden sollte. Mein innerlicher Störfaktor war, dass der Dozent immer den Weg erklärt hat, wie etwas umgesetzt wird, aber nicht was das Ziel ist, also was durch diese Maßnahme erreicht wird. Auch auf Nachfragen der Teilnehmer erklärte er immer nur den Weg und nicht das Ziel.

Früher hätte ich mich mit meinen Erwartungen verstrickt und hätte es verurteilt, dass der Dozent den Sinn der Aufgabe nicht vermittelt.  In dieser Schulung war ich erstaunlich gelassen, ich habe mich nicht mit meinem Ärger beschäftigt, sondern einfach nur mitgedacht. Ich war sehr frei von Gedanken aus meinem Wertesystem.

Während andere Teilnehmer noch nachdachten und fragen stellten und der Dozent wieder seinen Ansatz erklärte hatte ich die Lösung parat. Dadurch, dass ich mich nicht in Gedanken verstrickte, viel mir das Denken leicht. Mit aufmerksamen Anschauen der Aufgabe im Detail und strukturierten Gedanken, kam ich zu meiner Lösung.

Es ist manchmal alles viel einfacher als der Mensch denkt, deshalb braucht er nicht immer tief im Bewusstsein zu graben und schon gar nicht sollte er sich mit seinen Frustrations-Erfahrungen beschäftigen. Einfach mal den Moment geschehen lassen, den der Denkprozess passiert von alleine.

Achtsamkeit schließt auch nichts Negatives aus. Wenn wir zum Beispiel Schmerzen haben wäre vielleicht die Wunschvariante „Ach es ist nicht so schlimm“ oder „Bald ist es schon wieder weg“. Wenn wir bewusst wahrnehmen, dass wir einen Schmerz haben und wo er sitzt, können wir ihn objektiv begegnen und handeln.

Am Ende möchte ich noch ein schönes Zitat wiedergeben, das sich mit der Persönlichkeitsbildung beschäftigt.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Gastautorin: Maria von Wohlfühlrezept
https://www.wohlfuehlrezept.de/

Literaturquelle:
Achtsamkeits-Yoga von Frank Boccio
Bildquelle:
"Woman Doing Yoga at sunset. Sports and recreation."©LMproduction@fotolia.com

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