Alkohol und Arbeit, nicht immer die beste Kombination

Work hard, Party harder – Alkohol und Arbeit, nicht immer die beste Mischung

Hand aufs Herz – ich tippe, dass fast jeder von uns bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt hat. Sei es das ein oder andere Feierabendbierchen zu viel, oder eine durchzechte Club-Nacht, nach der wir uns morgens auf die Arbeit geschleppt haben. Alkohol ist nicht nur im Berufsleben weit verbreitet. Schon Schüler und Studenten greifen gerne mal zum Glas, um sich zu entspannen oder um die Laune anzukurbeln.

Jeder der bereits Erfahrungen mit Alkohol und dem „Morgen danach“ gesammelt hat, kann bestätigen, dass wir am nächsten Tag nicht das Maximum unserer Leistungsfähigkeit abrufen können. Wir sind müde, können uns schlecht konzentrieren und wir lassen uns leicht ablenken. Warum das so ist, wie Alkohol wirkt und warum Alkohol und Arbeit nicht zusammenpassen, möchte ich in diesem Artikel etwas näher beleuchten.

Alkohol ist in unserer Gesellschaft das am meisten verbreitete Genussmittel und wird auch am meisten unterschätzt. Die Grenzen zwischen Genuss, Missbrauch und Sucht sind fließend. Gerade diese Tatsache macht den Umgang mit Alkohol so schwierig für uns- und da schließe ich mich nicht aus.

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Wie wirkt Alkohol eigentlich und welche Folgen kann das haben?

Alkohol wirkt nicht grundsätzlich für jeden gleichermaßen. In Abhängigkeit von der jeweiligen Konstitution, und der persönlichen Tagesform, kann Alkohol bereits in geringen Mengen zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit führen. Jeder von uns kennt es aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis. Es gibt immer diesen einen Typ, der nahezu ohne Limit trinken kann und trotzdem augenscheinlich noch im vollen Besitz seiner Kräfte ist. Auf der anderen Seite gibt es ebenso diesen einen Typen, der bereits nach einem Schluck Prosecco anfängt albern zu kichern und Wortfindungsstörungen hat. Diese Beispiele zeigen, dass Menschen verschieden auf Alkohol reagieren, die Wirkung in unserem Körper aber bleibt die gleiche.

Alkohol ist ein Zellgift (Ethanol) mit großem Suchtpotential. Es gelangt sehr schnell in den menschlichen Blutkreislauf und verbreitet sich in alle Regionen des Körpers. Wenn der Alkohol unser Gehirn erreicht, verändert es dort die Informationsübertragung der Nervenzellen.  Die Folgen dieser Veränderung sind natürlich stark abhängig von der Menge des Alkohols, den wir zu uns genommen haben. Ohne Zweifel beeinflusst dieser Prozess die kognitive Leistungsfähigkeit unseres Gehirns – schneller als manch einer vermutet.

Bereits bei geringen Alkoholmengen sind wir nicht mehr in der Lage Entfernungen korrekt einzuschätzen. Je mehr wir trinken, umso schmaler wird unser Blickfeld und umso schlechter können wir uns konzentrieren. Wir bewegen uns langsamer und wirken oftmals unkoordiniert und planlos. Gleichgewichtsstörungen, Probleme bei der Artikulierung, Müdigkeit, bis hin zum Gedächtnisverlust, können die Folgen von exzessivem Alkoholgenuss sein. Im schlimmsten Fall kann eine Alkoholvergiftung sogar zum Tod führen.

Wer zu viel Alkohol trinkt schwächt zudem sein Urteilsvermögen, wird weniger kritikfähig und geht höhere Risiken ein.

Zusammenfassung körperlicher Reaktionen

  • Verschlechterung der Reaktionszeit
  • Erweiterung der Blutgefäße
  • Erhöhtes Bedürfnis zu urinieren
  • Erhöhung der Herzfrequenz
  • Beeinträchtigung der Körpertemperaturregelung
  • Verschlechterung der Koordinationsfähigkeit
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Führt zu undeutlicher Aussprache
  • Kann Schwindelgefühle hervorrufen

Alles Easy

Neben den unangenehmen Erscheinungen bewirkt Alkohol in geringen Mengen, durch die Beeinflussung weiterer Botenstoffe im Gehirn, die uns bekannten „angenehmen“ Begleiterscheinungen.

Adrenalin und Cortisol werden vermehrt ausgeschüttet, sowie die Glückshormone Serotonin und Dopamin. All dies bewirkt, das wir unter Alkoholeinfluss entspannen, gelassener und enthemmter werden. Es fällt uns leichter Kontakt zu anderen aufzunehmen, wir werden lockerer und fühlen uns lebhafter. Genau diese Eigenschaften sind es auch, die die meisten von uns zum Glas greifen lassen und solange es bei einem gemäßigten Konsum bleibt, ist das auch in Ordnung (Das ist meine persönliche Meinung).

Mit stark ansteigender Promillezahl kann diese positive Stimmung jedoch schnell in Gereiztheit und Aggression umschlagen

All diese positiven Eigenschaften, die Alkohol mit sich bringt, sind psychischer Natur. Es ist und bleibt unumstritten, dass regelmäßiger und übermäßiger Konsum für unseren Körper schädlich ist. Leberschäden und Diabetes sind nur Beispielhaft für das breite Sortiment an Krankheiten, die durch Alkohol hervorgerufen werden können.

Zusammenfassung psychischer Reaktionen

  • Stimmungsschwankungen
  • Erwirkt Verhaltensänderungen (macht z.B. aggressiver)
  • Wirkt in geringen Dosen euphorisierend und entspannend
  • Senkt Hemmschwellen
  • Fördert riskantes Verhalten
  • Erhöht das Suizid Risiko
  • Erhöht das Risiko von Depressionen
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Der Tag danach

Unser Körper baut Alkohol nur sehr langsam ab. Als Faustformel kann man sich folgende Werte merken:

Männer: 0,1-0,15 Promille / Stunde.

Frauen: 0,085 – 0,1 Promille / Stunde

Mit diesen Zeiträumen im Hinterkopf erscheint es logisch, dass ein starker Alkoholkonsum am Vorabend weitreichenden Einfluss auf den „Tag danach“ hat. Kalt duschen, fettiges Essen und ausreichend Kaffee sind, entgegengesetzt weitverbreiteter Ratschläge, daher vollkommen wirkungslos, um seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Katerstimmung

Warum geht es uns eigentlich so mies am nächsten Tag? Was löst den Kater aus, was geschieht in unserem Körper und was kann ich tun um dem Kater entgegenzuwirken?

Rein wissenschaftlich gesehen ist ein Kater nichts anderes als eine Alkoholvergiftung.

Typische Symptome für einen Kater:

  • Übelkeit
  • Licht und Geräuschempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Mangelnde Konzentrationsfähigkeit
  • Magenprobleme und Durchfall
  • Herzrasen / Unruhe
  • Erschöpfung und Müdigkeit

Alkohol selbst ist zwar eine Flüssigkeit, jedoch benötigt unser Körper, um das Zellgift wieder abzubauen, mehr Flüssigkeit als er vorher aufgenommen hat. Zu der Dehydrierung, die unserem Körper und dessen Organen zu schaffen macht, kommt noch der extrem energieverzehrende Abbauprozess der Leber hinzu.

Der Abbau von Alkohol, also Ethanol in unserer Leber, wird durch Enzyme bewirkt. Diese Abbauprozesse sind sehr energiehungrig und benötigen für ihre Arbeit jede Menge Zucker (Glucose). Diese Glucose wird jedoch auch von unserem Gehirn in großem Maße benötigt – ein Zielkonflikt mit Folgen. In unserem Gehirn entsteht ein Zuckermangel, der Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen auslöst.

Nicht jedes alkoholische Getränk fördert den Kater am nächsten Morgen gleichermaßen. Unsauber produzierte Spirituosen, der sogenannte Fusel, verstärken die Katersymptome. Insbesondere bei schwarzgebranntem Alkohol besteht die große Gefahr, nicht nur einen ordentlichen Kater zu ergattern, vielmehr kann entstandenes Methanol, unsere Leber vergiften und zu Erblindungen führen, im schlimmsten Fall sogar zum Tod.

Den Kater bezwingen

Wir müssen in erster Linie dafür sorgen, dass unser Körper das zurückerhält, was der Alkohol und die Abbauprozesse ihm geraubt haben. Entwässerung und Unterzuckerung haben unserem Körper viele wichtige Stoffe wie z.B. Salz, Mineralien, Säuren und Glucose entzogen.

Auch wenn einem nicht immer danach zu Mute ist, sollte das Katerfrühstück möglichst deftig ausfallen, um eben diese verlorengegangenen Stoffe wieder zurückzuführen. Ausreichend Flüssigkeit und Obst mit viel Fruchtzucker und Vitamin C bringen unsere Leber und unserem Gehirn wieder den ersehnten Zucker zurück.

Die beste Präventivmaßnahme gegen einen Kater ist ein gemäßigter Konsum in Verbindung mit einer soliden und abwechslungsreichen Ernährung sowie ausreichender (nichtalkoholischer) Flüssigkeitszufuhr.

Alkohol am Arbeitsplatz- Alkohol und Arbeit

Auswirkungen von Alkohol am Arbeitsplatz und auf die Arbeitswelt

So gut wie niemand kommt an dem Thema Alkohol am Arbeitsplatz vorbei. Jeder kennt jemanden, der regelmäßig Alkohol während der Arbeit zu sich nimmt oder jemanden der mit Restalkohol zum Dienst erscheint. Wird dauerhafter Alkoholkonsum während der Arbeit von Kollegen oder Führungskräften nicht erkannt, verharmlost oder heruntergespielt, kann das zu einem massiven Problem für den betroffenen Mitarbeiter, dessen Vorgesetzten und das Unternehmen führen.

Absentismus und Fehlzeiten

Problematischer Alkoholkonsum und Absentismus bzw. Fehlzeiten haben einen direkten Zusammenhang.

Präsentismus

Präsentismus (Anwesenheit am Arbeitsplatz) trotz gesundheitlicher Einschränkungen, wie z.B. Alkoholkonsum oder dessen Nachwirkungen, erhöht massiv die Unfallgefahr und die Produktivität verringert sich.

Unfallgefahr

Bei 20-30% aller Arbeitsunfälle sind alkoholisierte Mitarbeiter involviert.

Auswirkungen auf Dritte

Dritte, also in der Regel die Kollegen, unterstehen erhöhter Gefahr bei einem Arbeitsunfall eines alkoholisierten Kollegen verletzt zu werden

Der Arbeitgeber ist gefordert und steht in der Pflicht

Arbeitgeber spielen eine entscheidende Rolle im Umgang mit alkoholisierten Beschäftigten. Führungskräfte sind nicht nur für den Betroffenen verantwortlich, sondern haben auch die Plicht, Gefahren für den Betrieb und die Kollegen zu minimieren. Gemäß der „arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht“ (§ 618 BGB) muss der Arbeitgeber bzw. der Vorgesetzte einem alkoholisierten Mitarbeiter sogar das Weiterarbeiten untersagen. Die Beurteilung, ob eine Beschäftigter durch seine Alkoholisierung eine Gefahr für sich und andere darstellt, obliegt dem Vorgesetzten. Wurde einem Mitarbeiter das Weiterarbeiten untersagt, so hat der Vorgesetzte ebenfalls dafür zu sorgen, dass dieser sicher nach Hause gelangt, z.B. mit dem Taxi.

Alkohol und Arbeit sind nicht füreinander geschaffen

Zusammenfassend wird also schnell deutlich, dass Alkohol und Beruf nicht für einander bestimmt sind. Wer gerne ein Gläschen zu sich nimmt, sollte dies also in seiner Freizeit tun, oder sich genügend Erholungszeit einräumen, bevor es wieder an den Arbeitsplatz geht. Neben den arbeitsrechtlichen Folgen von Alkoholkonsum am Arbeitsplatz, sind auch versicherungsrechtliche Folgen nicht zu unterschätzen. Diese Folgen können schnell einen massiven Einfluss auf das Privatleben haben, wie zum Beispiel Führerscheinentzug oder Haftungsansprüche.

Think before you drink!

Wenn Ihr wissen wollt, was euch ganz ohne Kater berauscht und in Ekstase setzen kann, dann schaut euch doch in unseren Artikel:

Glück- Wie Hormone unsere Zufriedenheit steuern!

 

Prost, euer Dennis

 

Quellen:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., www.dhs.de, Fact Sheet 2017)

http://www.dguv.de/de/praevention/vorschriften_regeln/dguv-vorschrift_1/index.jsp

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