Entspannung -4 goldenen Regeln, um wieder Kraft zu sammeln

Aufstehen, frühstücken, gegebenenfalls noch schnell die Kinder zur KITA oder in die Schule bringen und ab geht es ins Büro, zur Arbeit oder an die Hausarbeit. Dienstreise, Kundenbesuche, Büroalltag oder körperliche Anstrengungen – egal ob Manager/in, Hausfrau/man, KFZ Mechaniker/in oder Reinigungskraft. Alle verbindet ein minutiös durchgeplanter Tag, der einem kaum Freiräume zum Abschalten und zum Entspannen lässt.

Nach der Arbeit geht es zu Hause weiter. Familie, Freunde, Hobbys und Vereine müssen gemanagt und koordiniert werden. Vielleicht stehen sogar noch ein Nebenjob oder ehrenamtliche Tätigkeiten mit auf dem Programm. So oder so ähnlich sieht die Routine für viele Berufstätige aus.

Das Karussell stoppt immer seltener

Unsere Gesellschaft wird immer dynamischer und schneller. Flexibilität ist heutzutage eine Grundvoraussetzung für die meisten Berufe. Auf der einen Seite bieten uns die fortschreitende Digitalisierung und die sich ändernden Arbeitszeitmodelle viele Vorteile -Wir sind zum Beispiel nicht mehr so häufig an starre Arbeitszeiten oder Lokationen gebunden.

Auf der anderen Seite fehlt uns aber auch eine klare Struktur in unserem Arbeitsalltag. – Es gibt oft keine geregelten Arbeits- oder Pausenzeiten mehr und so müssen wir selbst dafür sorgen, dass wir uns die kleinen Auszeiten nehmen, die wir benötigen, um abzuschalten und wieder neue Kraft zu sammeln.

Nichts ist so beständig wie der Wandel – Schaffe dir flexible Rituale

Du bist ein gut durch strukturierter Mensch? Du planst im Voraus und hast in der Regel stets einen Überblick über deine Termine? – Bravo, das sind schon einmal viele gute Eigenschaften, die dir deinen Alltag erleichtern. Jedoch – Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Auch wenn du deinen Tag noch so gut geplant hast, es wird sich immer etwas ändern.

Das Meeting wird verschoben, dein Flug hat Verspätung oder deine Kinder sind krank und du musst dich darum kümmern, dass sie versorgt sind. Dein perfekter Plan, der auch Zeit für Pausen beinhaltet, geht nicht mehr auf. Jetzt sind Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefordert.

Ich bin oft beruflich auf Reisen und arbeite in einer sehr dynamischen Branche. Mit der Zeit habe ich mir ein paar „Goldene Regeln“ zurechtgelegt, die jedoch so flexibel sind, dass ich auch auf sich ändernde Situationen reagieren kann, ohne mich selbst dabei zu vernachlässigen. Nachfolgend meine flexiblen Grundsätze.

Grundsatz #1: Pausen sind Pflicht

Ich achte stets darauf, dass ich 45 Minuten bis eine Stunde Pause täglich einhalte. Natürlich ist es in vielen Fällen nicht möglich diese Pausen an einem Stück zu machen. – Termine haben sich verschoben, ein Kollege ruft an und bittet dich um Hilfe oder es gibt noch etwas super wichtiges, dass bis 13:00 fertig sein muss. – Es gibt genügend kleine Zeitdiebe, die nur darauf warten einem die Pausenzeit zu stehlen.

Wenn es mir nicht möglich ist eine zusammenhängende Pause einzuhalten, dann splitte ich sie stattdessen einfach. Es findet sich immer eine Lücke zwischen zwei Terminen, in der man das Telefon zur Seite legen kann und für einige Minuten seinen Arbeitsplatz verlassen kann.

Ich lasse mein Telefon bewusst auf dem Schreibtisch liegen und mache einen kleinen Spaziergang oder wechsle den Raum um mich mit netten Kollegen auf ein kleines Schwätzchen zu treffen. Wichtig dabei ist, dass ich in dieser Zeit einen gewissen Abstand zu meinem Tagesgeschäft erlange. Durch diese Ablenkungen wird mein Gehirn quasi wieder „resettet“ und ich kann, selbst nach nur 10 Minuten Auszeit wieder mit frischer Motivation ans Werk gehen.

Es brauchte anfänglich etwas Übung, so schnell zwischen Arbeit und Entspannung hin und her zu schalten aber nach einer Weile bin ich richtig gut darin geworden. Und dreimal 15 Minuten Pause sind auch 45 Minuten J Probiere es doch mal aus…?

Grundsatz #2: Essen ist ein muss – aber nicht am Arbeitsplatz

„Wer lunched, der losed“ – kein Witz! Ich habe Bekannte, die in Unternehmen arbeiten, bei denen diese Devise gilt. Es besteht tatsächlich die Auffassung, dass, wenn man sich Zeit für eine Mittagspause nimmt, man damit den Anschluss an seine Kollegen verliert! –Bullshit!!

Mittagessen ist Pflicht! – Keine Diskussion.

Ich versuche mich zudem auch immer an den Grundsatz zu halten, meine Mahlzeiten nicht am Schreibtisch einzunehmen. Gemeinsam mit Kollegen in die Kantine oder ins Restaurant im nächsten Ort gehen oder draußen auf einer Bank sitzen und dort ein Sandwich essen.

Egal wie und wo ich esse, mir ist wichtig, das ich auch hierbei Abstand zu meinen Tätigkeiten schaffe. – Wenn ich am Schreibtisch esse, dann erreiche ich das nicht, soviel steht fest. Ich starre während des Essens auf meinen Bildschirm, lese E-Mails oder bereite meinen nächsten Termin vor – Von Abstand und Entspannung kann hier keine Rede sein.

Natürlich gibt es bei mir auch Ausnahmen – hier kommt die Flexibilität ins Spiel. Ich versuche stets die Sachlagen und Prioritäten abzuwägen. Wenn ein hastiges Mittagessen am Schreibtisch dazu führt, dass ich am Nachmittag mit meinem Sohn ins Freibad gehen kann, dann breche ich gerne meine eigenen Regeln!

Es kommt immer auf die ganzheitliche Bewertung und meinen eigenen Ermessensspielraum an – Was gibt mir die nötige Kraft für den anstrengenden Alltag und was macht mich glücklich?

Grundsatz #3: Nicht alles ist Prio 1

Über Priorisierung ist schon viel geschrieben worden – nicht ohne Grund, es ist ein wichtiges Thema. Nicht alles ist gleich wichtig, soviel steht fest. Zu lernen was für dich und deine Tätigkeiten von oberster Relevanz ist, benötigt seine Zeit. Mit der Zeit wird man immer besser in der Bewertung von Aufgaben oder Sachverhalten, die täglich auf einen niederprasseln.

Ein gutes Beispiel, oder besser gesagt eine gute Übung, ist für mich der Umgang mit E-Mails. Mittlerweile bin ich richtig gut darin zu erkennen, ob mir jemand seine Aufgabe auf’s Augen drücken möchte, oder ob es sich tatsächlich um eine zu priorisierende Aufgabe handelt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich auf die E-Mail Kategorie „Aufs Auge drücken“ nicht reagiere, lösen sich 70% dieser Aufgaben trotzdem. Nur mit dem Unterschied, dass sie jemand anders erledigt hat – derjenige, der auch dafür zuständig ist.

Mit der richtigen Priorisierung kann man sich also auch einige Freiräume erwirken, die dann wieder für andere Aufgaben oder für ein kleines Päuschen genutzt werden können.

Grundsatz #4: Jeder ist ersetzbar

Ehrgeiz und voller Einsatz für das, was man tut, sind grundsätzlich sehr positive Eigenschaften. Jedes Unternehmen wünscht sich Mitarbeiter, die sich voll reinhängen und für ihren Job alles geben.

Vielleicht kennt ihr ja auch solche Kollegen, die davon überzeugt sind, dass ohne sie nichts mehr läuft. Sie reißen förmlich die Aufgaben an sich und sind nicht in der Lage loszulassen oder Arbeitsinhalte zu delegieren.

Solch ein Überengagement ist in zweierlei Hinsicht nicht empfehlenswert. Zum einen bringt sich der Betroffene in einen sich immer weiterdrehenden Strudel aus Zeit- und Leistungsdruck, der schnell zu psychischen oder körperlichen Probleme führen kann. Zum anderen ist ein solches Verhalten auch für das Unternehmen nicht wünschenswert.

Wenn ein Mitarbeiter plötzlich ausfällt, der nicht transparent gearbeitet hat und seine Arbeitsergebnisse und sein Wissen für sich behält, ist es für seinen Nachfolger/in oder Vertretung nahezu unmöglich, schnell in das Themengebiet einzusteigen.

Einer meiner Vorgesetzten sagte einmal zu mir: Du bist erst ein guter Manager, wenn fast niemand bemerkt, dass du 2 Wochen im Urlaub warst. Ich versuche stets all mein Wissen und meine Arbeitsergebnisse mit allen Beteiligten zu teilen oder lege sie an Orten ab, zu denen alle Teammitglieder Zugang haben. Auch dieser Grundsatz ist nicht immer und überall anzuwenden aber ich habe mit dieser Vorgehensweise bisher nur positive Erfahrungen gemacht.

Nutze die kleinen Momente und gib auf dich acht.

Auch ein prall gefüllter Terminkalender bietet Raum für Aus- und Ruhezeiten. Es liegt an dir, dich darum zu kümmern diese zu nutzen. Jemand anderes wird das nicht für dich erledigen. Du trägst die Verantwortung auf dich acht zu geben, denn nur, wenn du stark, gesund und ausgeglichen bist, kannst du 100% geben und auch für andere da sein.

Entspannung – Jeder hat andere Grundsätze, die er nutzt, um sich Freiräume und Auszeiten zu verschaffen. Ich hoffe ich konnte euch mit meinen goldenen Regeln etwas inspirieren und euch zu etwas mehr Gelassenheit verhelfen. Ich bin natürlich auch total neugierig, wie Ihr Euch im Berufsalltag entspannt. Was sind Eure Grundsätze? – schreibt es mir, oder lasst einen Kommentar da!

Lebt bewusst…

CTRL-Life Team

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