Glück – Wie Hormone unsere Zufriedenheit steuern

Glück -Wie Hormone unsere Zufriedenheit steuern

Glück – Jeder von uns kennt Situationen, in denen er ein angenehmes Gefühl empfindet, weil etwas was wir uns vorgenommen haben – sei es im Berufs- oder Privatleben – so wie wir es geplant haben eingetreten ist oder im Bestfall, die Erwartungen noch übertroffen hat.

Wir haben bei der Arbeit ein gestecktes Ziel erreicht. Wir fühlen uns nach einem harten Training oder unserem ersten beendeten Marathon als ob wir alles erreichen könnten. Glück

Wir erleben ein Glücksgefühl, wenn wir nach einem anstrengenden Arbeitstag unser kleines Kind auf dem Arm halten, es uns anlächelt und die Probleme des Arbeitstages plötzlich wie von selbst verschwinden. Und fast jeder kennt das wohlige Gefühl, das sich beim Blick in die stolzen Augen der Eltern einstellt, wenn man ein Abschlusszeugnis oder Ähnliches überreicht bekommt.

Wenn wir verstehen, welche biochemischen Prozesse hinter diesen Gefühlszuständen stecken, kann es uns helfen, solche Situationen viel öfters zu empfinden. Wir selber können jeden Tag entscheiden wie wir die Dinge sehen und erleben. Dabei hilft es uns zu wissen, was für unsere Zufriedenheit verantwortlich ist und wie wir diese beeinflussen können.

„Das Gefühl von Glück und Fülle ist ganz unabhängig von wirklichem Erleben? Aber in welcher Sphäre liegt es dann, und warum ist es manchmal in uns und manchmal wieder unerreichbar?“ – Franziska Gräfin zu Reventlow

Glücksgefühle auf der Kirmes

Der Treibstoff für unser Glück

Für unser Glück und unsere Zufriedenheit sind spezielle biochemische Botenstoffe – Hormone – verantwortlich, die von spezifischen Zellen und Drüsen produziert werden und in den Körperkreislauf durch das Blut transportiert und zu ihrem Bestimmungsort gebracht werden. Durch diese Botenstoffe werden spezielle Wirkungen oder Regulationsfunktionen in unserem Körper in Gang gesetzt. Es gibt primär vier Hormone, die Gefühle in uns auslösen, welche wir als glücklich und zufrieden beschreiben würden: Dopamin, Endorphine, Serotonin und Oxytocin.

Wenn wir Freude, Glück oder Euphorie verspüren, ist immer eines oder gleich mehrere dieser Hormone am Werke. Sie haben allerdings nicht nur den Zweck, dass wir uns „gut“ fühlen. Sie dienen auch dem sehr praktischen Zweck, unser Überleben zu sichern. Glück

Hierbei kann man die vier Hormone noch einmal grob in zwei Untergruppen unterteilen.

Endorphine und Dopamin sind dafür gemacht uns als Individuum voranzubringen. Sie wirken kurzzeitig, sind dafür allerdings sehr effizient. Sie lassen uns Nahrung finden, Aufgaben und Projekte vorantreiben sowie neue Hilfsmittel erfinden, um das Leben zu verbessern. Sie sorgen zudem dafür, dass wir in manchen Situationen über uns hinauswachsen.

Serotonin und Oxytocin geben uns dagegen Anreize mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten und Vertrauen zu entwickeln, da wir in der Gruppe stärker sind, als nur als Individuum. Sie sind langfristig wirksam und helfen bei der Stärkung sozialer Bindungen, damit wir kooperieren, um sicherzustellen, dass wir und die Menschen, die wir lieben, „überleben“.

Endorphine – Körpereigenes, berauschendes Opium

Ursprünglich sorgten Endorphine in der Urzeit – als wir noch nicht zum Supermarkt um die Ecke gehen konnten, um Nahrung zu kaufen – dafür, dass wir beim Jagen die Ausdauer besaßen, um die Beute über längere Distanzen zu verfolgen und nach erfolgreichem Abschluss noch den Weg bewältigen konnten, um wieder nach Hause zurückzukehren.

In der heutigen Zeit, wo dies nicht mehr notwendig ist, erleben wir die Wirkung beispielsweise, wenn wir auf der Arbeit nach Lösungen suchen und nicht in Problemen denken, wir sind darauf fokussiert das was und von unserem angestrebten Zustand abhält, nachhaltig abzustellen. Endorphine verschleiern zudem physische Reaktionen, die durch Überanstrengung, Stress oder Angst verursacht werden.

Endorphine sind der Stoff die Sportler weiter und weiter vorantreibt, um die Ziellinie zu erreichen. Man kann sie unser persönliches Opium nennen, durch das wir über uns hinauswachsen. Allerdings mit dem Nachteil, dass es genauso süchtig machen kann, wie man an Menschen sieht, die Sport benötigen, um nach einem stressigen Arbeitstag runter zu kommen. Sie berauschen uns vor Glück, z.B. durch ausgelassenes Lachen, und sorgen dafür, dass wir die ganze Welt umarmen können.

„Jeder hat sein eigen Glück unter den Händen, wie der Künstler die rohe Materie, die er zu einer Gestalt umbilden will. Aber es ist mit dieser Kunst wie mit allen; nur die Fähigkeit dazu wird uns angeboren, sie will gelernt und sorgfältig ausgeübt sein.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Dopamin – Einpeitscher und Motivator

Dopamin ist für unsere Vorfreude und das gute Gefühl verantwortlich, dass wir empfinden, wenn wir eine Aufgabe von unserer To-Do-Liste umgesetzt haben. Es bringt uns dazu, Dinge zu tun, die uns glücklich machen. Es lässt uns Pläne schmieden, die uns motivieren. Wir sind aufmerksam, interessiert, neugierig und voller Tatendrang. Wir arbeiten uns so lange vorwärts bis wir das Ziel erreichen.

Dopamin ist auf die Menschheit gesehen stark dafür mitverantwortlich, dass wir den technischen Fortschritt vorangetrieben haben und dass wir in der Lage sind ein Ziel fokussiert zu verfolgen. Wenn wir das Ziel schließlich erreichen und sich das „geschafft“ Gefühl einstellt, wird dies mit einem großen Dopamin Ausstoß belohnt. Und hierbei gilt anscheinend je höher das Ziel und je härter wir arbeiten desto stärker der Dopamin Ausstoß. Deshalb fühlt es sich für uns gut an, wenn wir einen Erfolg hart erkämpfen. Hier liegt allerdings auch die Gefahr des Dopamins. Es kann süchtig machen.

Unser Dopamin-Bonussystem kann zweckentfremdet werden, vor allem durch die sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagramm etc. Wer kennt nicht das Gefühl, das der Whatsapp Ton einer eingehenden Nachricht erzeugt oder das der Eingang einer neuen Mail. Dieses kurzfristige Befriedungsgefühl wird durch Dopamin verursacht und das Problem…wir brauchen immer mehr davon. Deshalb gibt es Menschen die Nervenverbindungen aufgebaut haben, dass sie nicht mehr von ihrem Handy aufschauen können und es sofort in die Hand nehmen müssen, wenn es klingelt oder vibriert. Sie brauchen den nächsten Dopamin Stoß.

Zusammengefasst ist Dopamin sehr hilfreich, um unsere Ziele und Wünsche zielstrebig zu erreichen. Wie mit allem müssen wir allerdings aufpassen, dass wir es mit den anderen Hormonen vor allem Serotonin und Oxytocin im Gleichgewicht einsetzen.

Serotonin – Ein Diplomat und Vermittler

Serotonin ist für den stabilen Zustand unserer Psyche zuständig.

Wenn wir zu wenig davon bekommen, werden wir leichter deprimiert und unsere Stimmung gedrückt. Es ist ein Stimmungsaufheller und schenkt uns Gelassenheit und hat einen positiven Einfluss auf negative Gefühle wie Aggressionen, Sorgen, Ängste, Zweifel und Depressionen. Man nennt es daher auch das Wellness-Hormon. Glück

Des Weiteren wird Serotonin durch die wahrgenommene Wertschätzung durch andere Menschen ausgeschüttet. Wir brauchen die Anerkennung der anderen Menschen. Wir alle wollen das Gefühl haben, dass wir wertvoll sind, wenn wir uns für das Wohl der anderen in der Gruppe oder für die Gruppe selbst einsetzen. Dieses Bedürfnis zeigt sich zum Beispiel durch Preisverleihungen, Firmenauszeichnungen und Absolventenfeiern zur Zeugnisübergabe.Auch die Zählung der „Likes“ auf Facebook und der „Followers“ auf Twitter dienen der Befriedung durch Serotonin.

Wir wollen das Gefühl haben, dass wir und die Arbeit, die wir leisten, von den anderen geschätzt werden, vor allem von den anderen Mitgliedern unserer Gruppe, also den Menschen die uns wichtig sind und die wir lieben. Durch diese Wirkung stärkt Serotonin die Bindung zwischen Eltern und Kind, Lehrer und Schüler, Trainer und Spieler, Chef und Mitarbeiter.

Wir wollen Menschen, die uns unterstützen, Schutz und Sicherheit bieten, etwas zurückgeben. Auf diesem Wege entstehen Vertrauens– und Zusammenarbeitsverhältnisse mit nachhaltiger Wirkung.

Wir wollen das der andere Mensch stolz auf uns ist und wir streben nach seiner Anerkennung. Durch Serotonin binden wir Menschen im positiven Sinne an uns. Und wenn wir diejenigen sind, die Unterstützung gewähren, fühlen wir die gleiche Verantwortung. Wir wollen das Richtige tun, damit der andere Mensch seine Ziele erreicht. Glück

„Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind, ihrer Natur nach, höchst unsicher, mißlich, vergänglich und dem Zufall unterworfen.“ – Arthur Schopenhauer

Oxytocin – Die Wurzel für Vertrauen und Sicherheit

Oxytocin ist das Hormon, dass die Vertrauensbasis für zwischenmenschliche Beziehung bildet. Glück

Es wird freigesetzt, wenn wir mit besten Freunden, engsten Kollegen, unserem Liebespartner oder unseren Kindern zusammen sind. Es ist verantwortlich für das Gefühl von Wärme, Verbundenheit, Vertrauen und Romantik. Aber noch wichtiger, es sichert unser Überleben. Ohne Oxytocin wären wir nicht in der Lage, dass Vertrauen aufzubauen, um in Gemeinschaften zu leben und zusammenzuarbeiten. Gemeinsam sind wir stärker als alleine und Oxytocin gibt uns das Vertrauen und die Stärke uns von anderen helfen zu lassen.

Im Gegensatz zum Dopamin, das sofort und kurz wirkt, ist das Oxytocin langfristig wirksam und benötigt Zeit. Je länger und je besser wir einen Menschen kennenlernen, desto eher sind wir bereit zu vertrauen und uns verletzlich zu zeigen. Wenn wir Vertrauen zeigen und uns im Gegenzug auch Vertrauen entgegengebracht wird, steigt die Oxytocin Ausschüttung. Oxytocin erzeugt langfristige, stabile und entspannte Beziehungen, die die kurzfristige Erregung und Spontanität eines Dopamin-Stoßes ersetzt.

Jeder kennt den Unterschied zwischen Freunden mit denen man am Wochenende zum Feiern rausgehen kann und den Freunden mit denen man sich über die wichtigen Dinge in seinem Leben unterhält. Bei den Einen wollen wir ausgelassen sein und kurzfristigen Spaß erleben, ich nenne sie die Dopamin-Freunde. Auf der anderen Seite sind Freunde, mit denen man seine größten Freuden, aber auch Leiden teilt, weil wir genau wissen, dass sie uns in jeder Lebensphase unterstützen. Diese nenne ich die Oxytocin-Freunde. Glück

Des Weiteren wird Oxytocin bereits bei physischen Berührungen ausgeschüttet, weshalb es auch das „Kuschel-Hormon“ genannt wird.

Umarmungen oder natürlich auch Sex können hierbei wahre Oxytocin-Bomben sein. Zudem stärkt es das Immunsystem und macht uns widerstandsfähiger gegen die kurzfristigen, Abhängigkeit fördernden Eigenschaften des Dopamins. Es gibt uns ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit, wodurch es zum vielleicht stärksten Katalysator für unser Glückempfinden wird.

Traurigkeit statt Glück

Blockierer unserer Zufriedenheit

Die Stressverursacher unter den Hormonen sind die sogenannten Glukokortikoide. Glück

Das wirksamste Glukokortikoid ist hierbei das Kortisol. In stressauslösenden Situationen – beispielsweise verursacht durch physische Belastungen wie Infektionen oder Verletzungen, aber auch bei psychischen Stresssituationen verursacht durch beispielsweise Angst, Wut oder Leistungsdruck.

Kortisol versetzt uns vereinfacht gesagt hierbei in Alarmbereitschaft, während die beiden anderen Stoffe dafür sorgen, dass alle Organe, die zur Stressbewältigung benötigt werden, akut besser mit Blut versorgt werden. Dies sind zum Beispiel das Herz, die Lunge, die Bronchien, damit mehr Sauerstoff für die Muskelarbeit zur Verfügung gestellt wird. Hier werden vor allem Organe zur Steuerung vorprogrammierter Handlungen wie zum Beispiel der Flucht bevorzugt.

Diesen Vorgang kennt fast jeder aus Tierdokumentationen, in denen eine Gazelle den Kopf hebt, weil sie eine Gefahrensituation durch Raubtiere bemerkt. Der Kortisolausstoß versetzt sie in Alarmbereitschaft. Das Adrenalin und Noradrenalin Gemisch hilft ihr die reflexartige Flucht zu ergreifen und im besten Fall dem Raubtier zu entkommen. Denkvorgänge dagegen werden hierbei vorrangig blockiert, was wir zum Beispiel aus Prüfungssituationen kennen, wenn plötzlich das gesamte angelernte Wissen eben in dieser Situation nicht verfügbar ist. Glück

Die Anti-Stress-Strategie

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Stressbewältigung in drei Schritten

Eine krankmachende Wirkung besteht hierbei grundsätzlich nicht, auch wenn die kurzfristige Stresswirkung nicht gerade angenehm für uns als Menschen ist.

Bedenklich wird es erst, wenn langfristige oder in kurzen Abständen immer wiederkehrende Stresssituationen auftreten, so genannter Dauerstress. Hier dominieren die negativen Effekte des Kortisols, dass eigentlich den positiven Zweck hat, uns in realen Gefahrensituationen in einen Alarmzustand zu versetzen. Grundsätzlich ist Kortisol nicht dafür gedacht, in unserem Blutkreislauf zu bleiben. Nach überstandener Gefahr wird es wieder aus dem Blutkreislauf entfernt. Glück

Befinden wir uns aber ständig in einer Situation, in der wir mit einem Gefühl von Angst und Sorge leben, entsteht beispielsweise ein negativer Einfluss auf unser Schlafverhalten oder unser Immunsystem, was zu langfristigen Schäden führen kann.

In der heutigen Zeit mit zunehmenden Druck am Arbeitsplatz und der Verfügbarkeit der modernen Medien, die zu jeder Tageszeit über Unruhen, Anschläge oder die schlechte wirtschaftliche Situation irgendwo auf der Welt berichten, werden wir aufgrund von Sorgen und Ängsten künstlich in einen Zustand der Kortisol-Ausschüttung versetzt.

Wir haben Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst vor den Flüchtlingen, Angst vor dem sozialen Abstieg und so weiter.

Ständig gibt es irgendwo etwas, was uns Sorgen macht. Beispielsweise im Büro gibt es Gerüchte, dass eine Umstrukturierung bevorsteht, die mit Entlassungen verbunden sein könnte. Jeder, der das schon einmal erlebt hat, weiß wie die Menschen zumeist in dieser Situation reagieren. Es wird nicht mehr untereinander geholfen, sondern jeder versucht sich selbst gut dastehen zu lassen.

Egal, ob die Gefahr für unser Leben real oder eingebildet ist, der Stress, den wir fühlen, ist immer real.

Das rationale Denken wird ausgeschaltet. Der Körper reagiert einfach reflexartig auf die chemischen Substanzen, die durch seine Blutbahnen strömen, um uns auf das vorzubereiten, was uns möglicherweise bevorsteht. Unser Gehirn will allein unsere Überlebenschance vergrößern und ist nicht daran interessiert, die Situation zu verstehen. Zudem weiß unser Körper nicht, dass wir nicht in der Wildnis umherstreifen, sondern uns in einer Büroumgebung befinden.

Unsere Frühwarnsysteme verstehen nicht, dass die Situation nicht lebensgefährlich ist.

Das ist der Grund, warum uns das System in seinem Versuch uns zu beschützen, dazu bringt, so zu reagieren, als ob Lebensgefahr bestünde und uns beständig in diesem Zustand hält. Durch diesen ständigen Zustand der Alarmbereitschaft werden wir krank, es kann zu physischen wie psychischen Auswirkungen kommen. Die wohl bekannteste Auswirkung ist eine Form der Depression, das sogenannte „Burn out“.

Das Gleichgewicht als Grundlage für Glück und Zufriedenheit

Wichtig an dieser Stelle festzuhalten ist, dass jedes der hier beschriebenen Hormone nicht nur gute oder schlechte Wirkungen hat. Hormone sind vielschichtig in ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper und sind für bestimmte Situationen gedacht, in denen sie ihre positive Wirkung durch Ausschüttung entfalten.

Für jedes Hormon gibt es aber auch Situationen, in denen seine Wirkung aus unserer Perspektive ins Negative übergehen kann. Das Beispiel des Kortisols haben wir bereits oben kennengelernt. Dieser Stoff hat eine durchaus wichtige und positive Wirkung, die uns in Gefahrensituationen hilft. Dies kann zum Beispiel bei einer realen Gefahr wie einem Hausbrand sehr nützlich sein, um uns und unsere Familie zu retten.

Erleben wir aber Ängste mehr oder weniger in unserem Kopf wird dieses Hormon auf die gleiche Art und Weise eingesetzt und erzeugt die gleiche Wirkung in Situationen, in denen sie real und objektiv betrachtet gar nicht notwendig ist. Selbst das bis jetzt als sehr positiv dargestellte Hormon Oxytocin hat nach neuesten Erkenntnissen negative Auswirkungen.

Studien legen nahe, dass die prosozialen Wirkungen des Oxytocins nur unter vertrauten Gruppenmitgliedern auftreten, Fremde dafür umso mehr ausgegrenzt werden. Hinzukommen Forschungen, die nahelegen, dass durch Oxytocin verstärkt unschöne Emotionen wie Neid und Schadenfreude auftreten können.

An diesen beiden Beispielen erkennen wir sehr schön, dass für Hormone das gleiche gilt wie mit allem im Leben – das Gleichgewicht ist der optimale Zustand.

Oxytocin hilft uns hierbei sehr gut, die negativen Auswirkungen durch „unreale“ Ängste und die damit verbundene Kortisol Ausschüttung zu reduzieren. Es gibt uns Sicherheit und schenkt Vertrauen, wodurch wir weniger Sorgen und Ängste erleben.

Studien belegen, dass Menschen, die in stabilen Familienverhältnissen aufgewachsen sind und leben, eine höhere Lebenserwartung haben, die unter anderem auf die Wirkung des Oxytocins zurückgeführt wird. Ziele setzen, diese zu verfolgen und umzusetzen, ist ein Bedürfnis des Menschen. Um diese konsequent zu verfolgen benötigen wir Dopamin.

Um in schweren Zeiten durchzuhalten und auch mal eine anstrengende Phase zu überstehen, benötigen wir Endorphine. Wir brauchen für unsere Vorhaben – seien sie privater oder geschäftlicher Natur – andere Menschen. Um diese zu bewegen uns zu unterstützen und gegebenenfalls zu folgen, ist Serotonin notwendig. Und wenn wir doch mal in eine real physische Gefahrensituation geraten, sind wir froh, dass das Kortisol uns in einen Alarmzustand versetzt und wir uns gepuscht durch das Adrenalin und Noradrenalin Gemisch rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Diese gesamte Beschreibung der Wirkungsweisen ist natürlich eine vereinfachte Darstellung. Wichtig ist hier zu zeigen, dass alle diese Hormone Licht- und Schattenseiten haben.

Verstehen wir wie diese Hormone wirken, können wir selber unseren Fokus darauflegen, sie in den richtigen Situationen zu steuern.

Achten wir auf die Signale des Körpers und machen uns bewusst, welche Situation wir gerade erleben und welches Hormon uns gerade beeinflusst, haben wir ein Werkzeug, um die unbewusst ablaufenden Mechanismen ins Bewusste zu bringen und dementsprechend zu beeinflussen.

Dies ist sicherlich kein Vorgang, den man von heute auf morgen erlernt. Aber ein gutes Training beginnt mit dem Verständnis über die Abläufe und die Bewusstheit sowie den Glauben, diese selber beeinflussen zu können.

Würden beispielsweise Vorgesetzte in Unternehmen verstehen, durch welche Handlungen sie welche Wirkungen bei ihren Mitarbeitern auslösen und wären sie darüber hinaus bewusst in der Lage, diese Vorgänge zu steuern, könnte die Arbeitswelt zu einem ganz anderen Platz für die Menschen werden… Wäre das nicht eine wunderbare Vorstellung?

 

Achtet auf euch, hört auf euren Körper und lernt ihn zu verstehen!

Euer Tim

CTRL-Life Team

Quellen:
Sinek, Simon. Gute Chefs essen zuletzt: Warum manche Teams funktionieren – und andere nicht (German Edition). REDLINE Verlag. Kindle-Version.
Franckh, Pierre. Erfolgreich wünschen 3.0 (German Edition). KOHA-Verlag. Kindle-Version.
Biologie Anatomie Physiologie (German Edition). Elsevier Health Sciences. Kindle-Version.

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