Kinder loben, aber richtig! 4 Tipps für konstruktives Lob

Kinder loben, aber richtig! vier Tipps für konstruktives Lob

Lob und Anerkennung gehören einfach zu einer guten Erziehung. Lob motiviert unsere Kinder, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Lob soll anspornen und Kinder stolz machen. Das funktioniert aber nur wenn auch richtig gelobt wird.

Nicht jedes Lob ist förderlich

Unpassendes, falsch formuliertes und übertriebenes Lob kann sich nachteilig auswirken. Werden Kinder geradezu mit Lob überschüttet, verliert das positive Feedback schnell seinen Wert. Kinder durchschauen das „manipulative“ Verhalten ihrer Eltern recht schnell und verstehen es zu ihrem Vorteil auszulegen.

„Prima Paul, dass du das Förmchen auch mal dem Mädchen gegeben hast“. Gerade wenn unsere Kinder noch klein sind, sind wir ständig versucht, ihr Verhalten mit solchen Sätzen zu beeinflussen bzw. in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Experten, wie der Entwicklungspsychologe Professor Joan Grusec, raten uns mittlerweile davon ab, ein Verhalten das schon positiv ist, auch noch durch ein Lob verstärken zu wollen. Kinder lernen durch dieses Verhalten eher, dass es eine gute Gelegenheit ist, Aufmerksamkeit zu erhalten, als dass sie dieses Verhalten, aus eigenem Antrieb zukünftig öfter anwenden.

Ein einfaches Lachen oder „Ich finde es toll, dass Ihr gemeinsam mit den Förmchen im Sand spielt“ ist in diesem Fall eine geeignetere Maßnahme um das Kind zu motivieren und in seinem Verhalten zu bestärken.

„Richtig Loben“, aber wie? 4 Tipps für konstruktive Rückmeldungen

Die richtige Dosis

Kinder merken sehr schnell, ob wir uns tatsächlich mit ihrer Leistung beschäftigt haben, oder ob wir einfach nur unsere Standard Lobesfloskeln gebetsmühlenartig wiederholen. Der Grundsatz „Je mehr, desto besser“ trifft nicht auf das Loben zu. Lob sollte möglichst abwechslungsreich, zielgerichtet und sparsam eingesetzt werden, damit es seine Wirkung entfalten kann.

 Der Weg ist das Ziel (beschreibend Loben)

Anstatt „Du bist ein Grammatik-Ass“ eher „prima, wie gewissenhaft Du dich auf die Deutscharbeit vorbereitet hast!“ Wenn wir die Energie und die Bemühungen loben, die unser Kind in eine Tätigkeit gesteckt hat, und deutliche machen, wie wichtig die erbrachte Leistung für das Erreichen des Ziels ist, dann stärken wir das Selbstvertrauen nachhaltig.

 Keine Vergleiche

„Super, Du kannst ja schon viel besser Fahrradfahren als deine Schwester.“ Ein solches vergleichendes Lob fördert eher die Konkurrenzsituation unter Geschwistern, als dass das Lob sein Ziel erreicht. Solche Konkurrenzsituationen erschaffen einen Wettbewerb, der die Teilnehmer unter „Leistungsdruck“ setzen kann und am Ende verlieren beide Kinder in diesem Konkurrenzkampf. Wir sind besser beraten uns in einer solchen Situation mit dem „beschreibenden Lob“ zu behelfen und die Fähigkeiten beider Kinder positiv hervorzuheben.

 Ehrlich, glaubwürdig und aufrichtig loben

Lob sollte nur zum Einsatz kommen, wenn es auch einen Grund dafür gibt. Wenn wir es vermeiden Selbstverständlichkeiten zu loben, dann können wir unsere Kinder beflügeln, dass Beste aus sich rauszuholen. Loben wir jede Banalität und Dinge, die unsere Kinder bereits schon gut können, dann senden wir die Botschaft aus, dass wir uns mit wenig zufriedengeben und unseren Kindern nicht allzu viel zutrauen. Wenn wir jedoch klare Maßstäbe setzen und auf „hohem Niveau“ loben, dann können wir unsere Kinder dazu ermutigen ihre Potenziale zu entfalten.

Lob muss individuell angewandt werden

Kinder im Kleinkindalter reagieren anders auf Lob als Grundschüler oder Teenager. Wir müssen daher ein Gespür dafür entwickeln, wann unsere Kinder, wie gelobt werden müssen. Auch die unterschiedlichen Persönlichkeiten unserer Kinder bedürfen unterschiedlicher Anwendung von Lob.

So können starke Persönlichkeiten womöglich besser mit einem „großen“ Lob umgehen als Kinder mit geringer ausgeprägtem Selbstwertgefühl.

All diese Ratschläge zu beherzigen und auch noch richtig anzuwenden ist für uns Eltern wahrlich nicht leicht, aber wenn wir uns die Grundsätze des „richtigen Lobens“ vor Augen halten, so können wir Tag für Tag daran arbeiten etwas „besser“ zu Loben.- Viel Erfolg dabei.

 

PS: Funktioniert übrigens auch bei Erwachsenen 🙂

 

Dennis

Bildquelle:
"Happy father and son giving five by the success in the learn to ride a bicycles in the city on a sunny winter day. Family leisure outdoors concept."©David Pereiras@fotolia.com

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