Drei effektive Methoden für mehr Kreativität im Berufsalltag

Drei effektive Methoden für mehr Kreativität im Berufsalltag

Ein Gastbeitrag von Denkmotor

Eingetretene Pfade zu verlassen und nach alternativen Wegen zu suchen, um innovative Methoden zur Lösung bestehender Probleme zu finden, gehört nur selten zu den einfachen, aber in den meisten Fällen zu den spannendsten Dingen im Arbeitsalltag.

Wenn die bekannten Mittel nicht mehr zum Ziel führen, dann müssen alte Strategien durch neues Denken ersetzt werden. Dies bedeutet aber, aus der Komfortzone auszubrechen, um sich kreativ und engagiert an die Arbeit zu machen. Doch Kreativität ist oftmals ein scheues Reh, das angelockt und gepflegt werden will.

Um erfolgreich neue Ideen zu entwickeln, stehen dir verschiedene Kreativitätstechniken zur Verfügung, mit denen du effektiv und strukturiert ans Ziel kommst.

Kreativität im Berufsalltag

Mit Brainstorming zum Sturm auf neue Ideen blasen

Die wohl bekannteste dieser Methoden ist das Brainstorming. Entwickelt wurde es in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Alex Osborn, einem amerikanischen Werber.

Richtig angewendet löst der durch diese Technik angefachte Sturm durch deine Gedanken Denkblockaden und legt so ungeahnte Potenziale frei. Damit dies gelingt, ist es besonders wichtig, die Suche nach den neuen Ideen von deren Bewertung strikt zu trennen. Gerade dieser Punkt erweist sich jedoch in der Praxis meist als die größte Hürde. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist deshalb eine gewisse Übung unerlässlich.

Ein Brainstorming beginnt mit der klaren Definition des Problems, das für alle Gruppenmitglieder auf einem Flipchart deutlich sichtbar gemacht wird. Danach werden etwa 20 Minuten lang Ideen gesammelt, die den Teilnehmern spontan einfallen. Ohne zu diesem Zeitpunkt eine Bewertung vorzunehmen, werden alle Vorschläge auf Moderationskarten notiert und später zu Ideenclustern zusammengestellt, aus denen nicht selten eine Tendenz abgeleitet werden kann.

Die Bewertung der einzelnen Vorschläge kann in einer zweiten Phase direkt im Anschluss an die Ideenfindung oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Das Brainstorming kann in der täglichen Arbeit besonders erfolgversprechend zu Beginn eines Projektes eingesetzt werden, etwa wenn es darum geht, ein komplett neues Produkt zu schaffen.

Mit Hilfe der Reizwortanalyse Verbindungen schaffen

Um die Fülle der in einem Brainstorming gesammelten Ideen weiter zu entwickeln und zu sortieren, hat sich eine andere Kreativitätstechnik bewährt, die Reizwortanalyse. Auch sie kannst du am besten dann einsetzen, wenn es darum geht, ganz neue Produkte oder Verfahren zu kreieren.

Bei der Reizwortanalyse wird ein zufällig ausgewähltes Wort als Basis für die Ideensammlung genutzt. Auch bei dieser Methode wird zunächst einmal die Aufgabe schriftlich festgehalten. Danach wird spontan das Reizwort ausgewählt. Dies kann etwa durch das Tippen mit dem Finger auf ein beliebiges Wort in einem Buch geschehen. Fällt die Wahl zum Beispiel auf das Wort Blume, werden alle Dinge, die du und deine Kollegen mit einer Blume verbinden, notiert.

Die Herausforderung bei der Reizwortanalyse besteht darin, eine Verbindung zwischen den gefundenen Begriffen und der zu bewältigenden Aufgabe herzustellen.

Oftmals ist es einfacher, anhand von Attributen, die das Reizwort beschreiben, eine entsprechende Verbindung zu schaffen, als mit dem Reizwort selbst. Auf diese Weise werden erstaunliche Ergebnisse erzielt, von denen du in vielen Fällen überrascht sein wirst.

Drei effektive Methoden für mehr Kreativität im Berufsalltag

Die Osborn Checkliste für Optimierungen nutzen

Während sich das Brainstorming und die Reizwortanalyse in erster Linie bei der Kreation neuer Produkte bewährt haben, zielt die Osborn Checkliste vornehmlich darauf, nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, mit denen bereits vorhandene Produkte oder bekannte Prozesse optimiert werden können.

Im Zentrum der Methode stehen verschiedene Fragen, die dabei helfen, das Potenzial für Verbesserungen oder Veränderungen auszuloten. Zu diesen Fragen gehört unter anderen die nach möglichen Kombinationen mit anderen Produkten. Aber auch die Überlegung, welche Vorteile eine Umformung, eine Vergrößerung oder eine Verkleinerung bringen könnten, gehört zu der von Alex Osborn entwickelten Checkliste. Ebenso wird gefragt, welchen zusätzlichen Nutzen das Produkt für andere Kundengruppen bieten könnte, wenn es entsprechend verändert wird.

Mit Hilfe der verschiedenen Kreativitätstechniken kannst du nicht nur effektiv nach neuen Ideen suchen, sondern auch deinen Arbeitsalltag abwechslungsreicher und spannender gestalten. Es lohnt sich also durchaus, sich einmal näher mit ihnen zu beschäftigen und den Blick über den „täglichen Tellerrand“ hinauszuwagen.

Über den Autor:

Jiri Scherer und Chris Brügger sind Inhaber der Denkmotor GmbH. Sie haben langjährige Erfahrung als Innovationsberater und Kreativitätstrainer und sind Autoren verschiedener Bücher und Artikel rund um die Themen Innovation, Kreativität und Simplicity. In ihren Seminaren und Workshops helfen sie Geschäftsführern und ihren Teams, eingefahrene Strukturen aufzubrechen und den Blick über den Tellerrand zu wagen. Die beiden versichern: „Kreativität kann manchmal ganz einfach sein!“

Bildquelle:
© Denkmotor GmbH

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