Auch der letzte Eindruck zählt – Kündigen und mit Anstand gehen

Kündigung! Glückwunsch! Du hast die Achterbahn der Gefühle unbeschadet überstanden. Neue, spannende Herausforderungen warten auf dich. Doch zuvor musst du noch deine bestehenden Verpflichtungen mit Anstand und Pflichtbewusstsein zu Ende bringen. Vielleicht haben die Kollegen ja sogar schon eine Vorahnung, aber egal – wenn du einen professionellen Abgang anstrebst, dann sind Geschick, Disziplin und Fairness angesagt.

Zuerst die Vorgesetzten

Wenn du selbst gekündigt hast, dann solltest du wirklich immer deine/n Chef/in zuerst informieren. Auch wenn du dich mit deinen Kollegen noch so gut verstehst, die Kommunikationskette beginnt oben.

Es geht hierbei um Vertrauen und Respekt. Du arbeitest womöglich schon lange mit deinem Vorgesetzten zusammen und er oder sie haben Zeit und Vertrauen in dich investiert. Das solltest du jetzt zurückgeben. Erst jetzt sind deine Kollegen dran.

Das wahre Gesicht

Nachdem deine Vorgesetzten informiert sind, und du dich mit den ersten Kollegen ausgetauscht hast, wird sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreiten. Dem „Flur Funk“ sei Dank! Jetzt zeigt sich oft das wahre Gesicht deiner Kollegen. Einige, hoffentlich die Mehrzahl, werden sich mit dir freuen und dir Mut zusprechen. Wieder andere werden dir gegenüber ganz offen ihren Neid kundtun.

Ich habe schon im Bekanntenkreis erlebt, dass anonymisierte SMS mit Schuldzuweisungen und Beschimpfungen versendet worden sind! Das ist natürlich ein extremes Beispiel aber gerade die Kollegen, die besonders empfindlich reagieren, sind oft diejenigen, die schon lange unzufrieden sind. – Da fällt einem der Abschied nicht schwer. Der Unterschied zu dir ist, dass du den Mut und die Stärke aufgebracht hast etwas in deinem Leben zu ändern!

Ein harmonischer Abschied ist eine Win-Win Situation. Klick um zu Tweeten

Ein herzliches „Auf Wiedersehen“

Es gibt natürlich auch die Kollegen, die einem besonders ans Herz gewachsen sind. Über die Jahre sind Sympathien und sogar Freundschaften entstanden. Von diesen Kollegen solltest du dich natürlich herzlich und harmonisch verabschieden.

Du kannst z.B. zu einem kleinen Umtrunk oder Snack einladen. So kannst du dich nicht nur persönlich verabschieden, du setzt auch einen klar definierten Schlussstrich. Mach dir doch eine Liste und trage dort alle Kollegen ein, denen du gerne noch persönlich lebe wohl sagen möchtest. Wenn sie nicht an deinem Ausstand teilnehmen können, dann ruf sie an oder besuche sie persönlich. Dieser Schlusspunkt sorgt für einen psychologischen Schnitt und kommt dir und deinen Kollegen zu Gute. Ein harmonischer Abschied ist eine Win-Win Situation.

The Final Countdown – Bis zum bitteren Ende

Drei Monate Kündigungsfrist, oder sogar mehr! Das klingt wie eine Ewigkeit. Zieht man jetzt die Überstunden und den Resturlaub ab, dann bleibt gar nicht mehr so viel Zeit übrig. Wichtig ist, deinen Job bis zuletzt gewissenhaft und pflichtbewusst zu Ende zu bringen.

Sorge für eine gute und strukturierte Übergabe an deinen Nachfolger oder deinen Chef. Räume deinen Schreibtisch auf. Nimm dir Zeit um deinen Computer „aufzuräumen“. Hinterlasse keine privaten oder kritischen Dokumente. Erledige sorgfältig alle administrativen Tätigkeiten wie z.B. die Rückgabe deines Rechners oder das Abmelden deines Accounts. Achte darauf, dass nichts die Büroräume verlässt, außer deinem Fachwissen.

Wenn du solch einen positiven Eindruck hinterlässt, sammelst du nicht nur Pluspunkte für dein Arbeitszeugnis. Dein Verhalten hat auch eine Langzeitwirkung. Deine Kündigung und deren Nachruf geht durch viele wichtige Hände in deinem Unternehmen. Gegebenenfalls wird dein neuer Arbeitgeber telefonisch Feedback und Referenzen einholen. Da kann es dir nur Recht sein, wenn deine Chefs und Kollegen dich in guter Erinnerung behalten haben.

Unzuverlässigkeit, schlechte Nachrede und unentschuldigtes Fehlen sind absolute no-goes! Klick um zu Tweeten

In größeren Unternehmen ist es nicht unüblich, dass Personaler sogenannte Exit-Gespräche führen, um die Gründe der Kündigung besser zu verstehen. Das ist nicht der Zeitpunkt um schmutzige Wäsche zu waschen! Hier sind Ehrlichkeit und ein konstruktives Feedback gefragt.

Tag 0 – Danke und auf Wiedersehen

Du hast Höhen und Tiefen erlebt. Du hast dich voll reingehangen, gekämpft und geackert. Du hast Erfolge gefeiert und Rückschläge eingesteckt aber vor allem hast du eines: Du hast Erfahrungen gesammelt, auch negative. Zeige deinen Kollegen deine Dankbarkeit für diese Erfahrungen.

Teile den Kollegen, die dir wichtig sind, in ein paar netten Worten mit, dass du die Zusammenarbeit mit ihnen sehr geschätzt hast, und dass du in einem klasse Team gearbeitet hast. So bleiben positive Erinnerungen auf beiden Seiten zurück und du kannst noch lange von deinem Netzwerk profitieren – man sieht sich immer zweimal im Leben.

Hier noch einmal die einzelnen Schritte, wie du einen sauberen Abgang hinlegst und einen positiven letzten Eindruck hinterlässt:

✅  Informiere deinen Chef zuerst

✅  Informiere dann erst deine Kollegen

✅   Erledige alle offenen Aufgaben und Projekte

✅   Räume dein Büro / Schreibtisch auf

✅   „Säubere“ deinen Computer

✅   Gib Feedback und kommuniziere ehrlich und offen

✅   Erstelle dir eine Liste mit Personen von denen du dich verabschieden möchtes

✅  Verfasse und versende eine Abschiedsmail

✅   Frage nach Referenzen oder Empfehlungsschreiben

✅   Lasse dir dein Arbeitszeugnis ausstellen

✅   Organisiere deinen Ausstand

✅   Halte eine Abschiedsrede

✅   Sage danke und auf Wiedersehen

Kündigungsfrist überstehen!

Mit einer gesunden und fairen Einstellung zur Beendigung deines Arbeitsverhältnisses ebnest du den Weg in deine neue berufliche Zukunft. Immer dran denken…der letzte Eindruck zählt auch!

Euer Ctrl-Life Team

Bildquelle:
©TheDigitalWay @ pixabay.com
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