Mehr Frust als Lust? – 8 Tipps für mehr Motivation und Spaß im Job

Mehr Frust als Lust? – 8 Tipps für mehr Motivation und Spaß im Job

Ein Gastbeitrag von Rainer Egger (hafawo.at)

Ich möchte dir eine einfache Frage stellen:

Hast du Spaß bei deiner Arbeit?

Ich will jetzt aber nicht wissen, ob du Teil einer lustigen Truppe bist, wo es eigentlich darum geht, wer den besten Witz auf Lager hat, oder wer die „flachsten Sarkasmussprüche“ kennt.

Oder ob du eine Liste führst, wie oft sich die Sekretärin in deinem Büro beim Telefonat versprochen hat. Oder ob du interner Firmen-Champion in „Bullshit-Bingo“ bist.

NEIN.

Das ist nicht der Spaß, von dem ich rede. Ich möchte wissen, ob dir deine Arbeit echte Freude bereitet.

Eine komische Frage die dir so noch nie gestellt wurde?

Vielleicht!

Wenn ich diese Frage meinen Freunden, Kollegen oder Seminarteilnehmern stelle, dann gucken diese kurz verdutzt, und sind oft auch sichtlich irritiert. Und dann kommen meistens 2 Reaktionen.

Entweder die Antwort lautet: „Was ist den das für eine Frage?“ oder sie schmunzeln und sagen dann: „Eigentlich eine gute Frage!“ … Diese Menschen wissen im Grunde, dass ich nicht wissen will, ob ihr Gehalt und ihre Prämie stimmt, ob sie von ihrem Chef in Ruhe gelassen werden, oder ob es mit der Jobgarantie passt.

Diese Menschen spüren, dass meine Frage in die Tiefe geht. Das ich wirklich wissen will, wie viel Freude ihnen ihrer Arbeit tatsächlich macht!

„Naja, geht so“, ist dann die häufigste Antwort.

Die meisten von uns haben alles, was man sich wünschen kann: angemessenes Gehalt, halbwegs vernünftige Kollegen, schaffbare Aufgaben und einen relativ sicheren Job.

Wir haben im Grunde genug von allem. Außer „echte Freude bei der Arbeit“.  So ist das eben denkst du jetzt? Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps? Die Arbeit ist kein Ponyhof? Das Büro ist kein Kindergeburtstag?

Ja, ja, ja … diese Sprüche kennen wir alle.

Aber ich glaube nicht, dass jemand, der an solchen Sprüche glaubt, gerade diesen Artikel liest.

Du etwa?

NEIN, vernünftige Menschen spüren, dass sie nicht bloß zum Geldverdienen auf der Welt sind. Geld, Status und Macht sind vielleicht wichtig, aber sie sind garantiert nicht alles.

Und ich glaube, sie sind nicht einmal das Wichtigste.

Das Wichtigste für mich ist, dass wir Freude, Spaß und Zufriedenheit bei der Arbeit haben dürfen.

Wir brauchen diesen positiven Effekt bei der Arbeit. Sonst halten wir es auch nicht bei bester Bezahlung aus.

Wobei es egal ist, ob wir das Freude oder Spaß oder sonst wie nennen wollen. Was damit gemeint ist, wissen wir ohnehin: Gemeint ist das gute Gefühl bei der Arbeit, ohne das wir es nicht lange aushalten.

Doch der Spaß bei der Arbeit kommt in diesen hektischen Tagen einfach zu kurz – und das von der Vorstandsebene über den Lagerarbeiter bis hin zu Hausfrau und Mutter:

Diese Hektik!

Diese Fremdbestimmung!

Die permanente Überforderung.

Das dauernde Leben im Stress!

Schluss damit!

Wir brauchen wieder Freude an der Arbeit!

Mehr-Lust-als-Frust

Hier sind 8 Tipps wie man wieder mit mehr Freude und Motivation in die Arbeit geht:

Tipp 1: Schaffe einen Arbeitsplatz, der Motivation fördert

Eine positive Umgebung und das richtige Material sind wichtig. Je mehr man darauf achtet das man selbst seine Motivation fördert, umso bessere Arbeitsresultate wird man erhalten. Umgebe dich mit Objekten, Fotos und persönlichen Dingen, die dich glücklich machen. Vermeide alles was Langeweile, Verwirrung oder Enttäuschung nach sich zieht. Eine Atmosphäre, die Angst und Pessimismus fördert, hält Menschen davon ab, eine ordentliche Leistung zu erbringen.

Tipp 2: Sei neugierig und probiere neue Dinge aus

 Seit Kindesalter an, ist uns die Neugierde angeboren. Also warum als Erwachsener damit aufhören. Stelle dir doch einfach mal die Frage: „Was wollte ich schon immer einmal ausprobieren?“ Natürlich sollte es etwas sein, von dessen Ergebnis man selbst, und im besten Fall, auch die Firma profitiert. Schlage diese Idee im passenden Moment deinem Chef vor, so signalisierst man echtes Interesse, und das kann nur gut für einen sein.

Tipp 3: Passe deine Aktivitäten deinem Arbeitsstil an

Bist du ein Frühaufsteher, oder bist du eher eine Nachteule, welche lange schläft und erst abends so richtig auf Touren kommt? Wann ist deine Energie auf dem Höhepunkt? Gibt es Zeiten während des Tages, an denen du lieber alleine und nicht im Team arbeitest? Deine Antworten auf diese Fragen solltest du für deine tägliche Planung berücksichtigt. Wenn zum Beispiel deine Power in den frühen Morgenstunden am höchsten ist, solltest du dir überlegen, früher zu Bett zu gehen um am nächsten Tag früher aus den Federn zu kommen, sodass du deine starke Phase auch voll und ganz ausnutzen kannst.

Tipp 4: Bewusst positiv denken

Ist da wieder einmal das nicht enden wollende Meeting, das gefürchtete Telefonat mit diesem schwierigen Kunden, das Kritikgespräch mit dem Chef. Stehen solche Dinge an, macht der Job keinen Spaß.

Wenn wir uns nur auf negative Aspekte konzentrieren, die uns Energie rauben, entstehen Motivationslöcher. Der Fokus auf das Negative bringt uns völlig aus der Balance und machen müde und kraftlos. Hier ist es wichtig ganz bewusst anders zu denken: „Nutze deine Vorstellungskraft positiv“. Wichtig ist es dabei, sich den Tag so vorzustellen, wie er optimal verläuft. Ja, diese unangenehmen Situationen werden kommen, aber die kennen wir doch. Und? Haben sie uns den Kopf gekostet? Nein! Also: „Richte deinen Fokus auf die Dinge, die dir heute Freude machen werden.“

Tipp 5: Ändere deinen Tagesablauf

Es gibt gewisse Routinen die festigen sich nach Jahren einfach. Natürlich ist eine gewisse Routine nützlich, aber immer die gleichen Dinge zu tun, ist auch ein „Erfolgsrezept“ für  Langeweile und Demotivation. Denke um. Gestalte deinen Tag doch einmal ganz anders: Öffne nicht die E-mails als erstes. Setze einen ungewöhnlichen Termin auf deine Tagesordnung. Sprich mit Kollegen mit denen du normal eher wenig zu tun hast, oder, völlig verrückt, strukturiere deinen Tag ganz anders, als sonst. Du wirst sehen, die Ergebnisse werden dich verblüffen.

Tipp 6: Wähle bewusst Einstellungen wie Humor, Dankbarkeit und Höflichkeit

Produktiv und konkurrenzfähig zu sein, bedeutet nicht, dass du permanent ernst sein musst. Ein Lächeln bedeutet nicht, dass du nicht hart arbeitest. Enthusiasmus bedeutet nicht, dass du nicht gewissenhaft bist. Eine positive Einstellung zu haben bedeutet nicht, dass du am hart umkämpften Markt unfähig bist.

Genieße deine Zeit am Arbeitsplatz. Schließe dich mit jenen zusammen, die diese Eigenschaften besitzen und gute Laune versprühen. Es ist ansteckend und breitet sich aus. Versuche Tratschereien und negatives Gequatsche zu verhindern. Es ist verführerisch, aber hilft keinem – am allerwenigsten dir.

Tipp 7: Freunde suchen

Die Motivation im Job steigt automatisch, wenn wir uns mit Menschen umgeben, die auf derselben Wellenlänge liegen und ebenfalls von ihrer Arbeit begeistert sind. Wer dagegen nur den Pessimisten und „Trübsalbläsern“ Gehör schenkt, wird bald so wie sie.

Tipp 8: Gehe in die Offensive

Der Normalmensch wartet darauf, dass er einen Job kriegt, der Spaß macht. Der Erfolgsmensch wartet nicht, sondern sorgt selbst für Spaß an der Arbeit – durch das managen seiner Emotionen. Er ist pro-aktiv. Der Spaß kommt dann von alleine.

Über den Tippgeber:

Rainer Egger ist Countrymanager eines der führenden Einzelhandelsunternehmens Europas, und Co-Founder von hafawo.at (einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Blogs zum Thema „Spaß bei der Arbeit“). Zusammen mit seinem Cousin (Christoph Egger) setzt er sich für ein neues Denken im Berufsleben und in der Unternehmensführung bzw. -gründung ein.

Zitat: „Wir sehen uns als Botschafter für eine selbstbestimmte und sinnorientierte Arbeitswelt. Aber auch für eine Welt, in der die Menschen wieder vermehrt ihr eigenes Ding durchziehen“

Bildquellen:
1. "Young colleagues having fun" ©UBER IMAGES@fotolia.com
2. "Spaß bei der Arbeit " ©Jürgen Fälchle@fotolia.com

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