Montags könnte ich kotzen! – Warum Motivation nicht dauerhaft funktioniert

Warum Motivation nicht dauerhaft funktioniert

Motivation ist uns Menschen eigentlich von Natur aus in die Wiege gelegt worden.

Wir müssen uns dazu nur kleine Kinder anschauen:

Kinder haben kein Problem mit Motivation.

Alles ist aufregend und spannend.

Neue Dinge auszuprobieren und dazuzulernen begeistert sie jeden Tag aufs Neue.

Wenn sie einmal gelernt haben sich auf allen Vieren fortzubewegen, brennen sie schon darauf laufen zu lernen. Sie müssen anschließend auch nicht von uns motiviert werden auch noch Dreirad oder Fahrrad fahren zu lernen.

Kinder haben in der Regel auch kein Problem damit morgens aufzustehen, und sie sind auch ohne drei Tassen Kaffee motiviert in ihren Tag zu starten.

Kinder posten auch nicht zu Beginn jeder Woche ein Bild auf Facebook mit dem Titel: Montags könnte ich kotzen!

Kinder motivieren sich auf ganz natürliche Art und Weise, selbst –  jeden Tag!

Warum fällt es Kindern so leicht und vielen von uns so schwer sich zu motivieren? Was ist passiert? Was ist uns verloren gegangen? Und können wir wieder zu unserer kindlichen, natürlichen Motivation zurückfinden?

Die richtigen Fragen stellen

Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist, was sind die Gründe dafür, dass wir nicht mehr motiviert sind, und nicht, was wir tun müssen um, wieder motivierter zu sein!

Was sind die Ursachen dafür, dass unsere Motivation nach und nach auf der Strecke geblieben ist?

Welche Erfahrungen hast Du gemacht?

Welche Schlussfolgerungen über Dich selbst, über andere Menschen oder über das Leben, hast Du gezogen, so dass Du nicht mehr die nötige Lust verspürst nach vorne zu schauen und wie ein Kind drauf los zu rennen?

Der Fluss der Motivation

Stell dir deine Motivation doch einmal wie einen Fluss vor. Als Du Kind warst, war dieser Fluss ein natürliches, schnelles, rauschendes und energiegeladenes Gewässer, das unaufhaltsam seinen Weg nahm.

Im weiteren Verlauf Deines Lebens wird diese natürliche und energievolle Strömung jedoch ausgebremst. Es geraten immer mehr Steine, Felsen und Geröll in Deinen Motivationsfluss und bremsen so die natürliche Kraft Deiner Motivation aus.

Schlechte Erfahrungen, Schlussfolgerungen, die wir aus bestimmten Lebenssituationen ziehen, und unvorhergesehene Lebensereignisse können solche Steine und Felsen sein.

Irgendwann kommst du an einen Punkt, an dem der Fluss nur noch ganz langsam vor sich hinplätschert – Dein natürliche Motivation ist nahezu zum Stillstand gekommen.

Kennst Du Deine Steine?

Wenn jetzt als Gegenmaßnahme Motivation eingesetzt wird, durch Dich selbst oder durch andere, dann ist es so, als ob Du eine Turbine an Deinen Fluss anschließt, die versucht die Strömung zu erhöhen, um gegen die Felsen und Steine anzukommen.

Kurzfristig kannst du so vielleicht Erfolge erzielen und Dich wieder motivieren. Langfristig ist das nicht nur eine sehr energiefressende Maßnahme, sondern führt oft nicht zu dem gewünschten Ergebnis.

Selbst mit der stärksten Turbine kommst du nicht gegen alle Steine an, und Du wirst niemals die natürliche Strömung wiederherstellen können.

Deine Steine müssen wieder raus aus dem Fluss

Wie kannst Du nun aus einer solch festgefahrenen Situation wieder herauskommen und wieder deine natürliche Motivation zurückgewinnen?

Die effektivste Lösung ist, die Steine wieder aus dem Fluss zu holen.

Zunächst musst Du dir also die Frage stellen, welches die Steine sind, die Dich demotivieren, um sie anschließend aus dem Weg räumen zu können.

Welche Erfahrungen oder Ereignisse haben dir Deine Motivation geraubt?

Ich bin nicht gut genug!

Ich bin nicht wichtig, ich bin nicht gut genug oder ich bin nicht liebenswert können Beispielsweise Schlussfolgerungen sein, die Steine in Deinem Fluss darstellen.

Egal wie sehr Du dich auch anstrengst, Dir selbst zu beweisen, dass genau das Gegenteil die Wahrheit ist, Du wirst es in der Regel nicht schaffen. Jede einer solchen Anstrengung kommt einer Erhöhung der Turbinendrehzahl gleich und ist mit enormen Anstrengungen verbunden. Diese Anstrengungen sind nicht nur kraftraubend, sie sind auf Dauer sogar sehr schädlich.

Ein möglicher Lösungsansatz wäre es, in diesem Fall zunächst herauszufinden, welche Ereignisse Dich dazu gebracht haben so zu denken und wann das der Fall war. Du muss aufhören davon überzeugt zu sein, dass die Schlussfolgerungen, die Du getroffen hast, wahr sind. Mit einer solchen Ursachenanalyse kann es Dir gelingen Steine aus dem Weg zu räumen oder aufzulösen.

Überprüfe Deine selbst aufgestellten Thesen gründlich und fang an diese zu wandeln

Das geht nicht!

Ich kenne viele Personen in meinem beruflichen Umfeld, die als erste Antwort auf eine gezielte Frage oder einen Änderungsvorschlag von mir antworten: das geht nicht!… oder das haben wir noch nie so gemacht…warum sollte es funktionieren?

Ein möglicher Stein im Motivations-Fluss kann eine solche Einstellung sein. Wenn jemand eine solche Grundhaltung hat, dann ist jeder Rückschritt, jedes Scheitern und jede Niederlage, ein willkommener Beweis dafür, dass eine solche Grundhaltung berechtigt ist, und diese wird sich dadurch noch weiter verfestigen.

Ein Versuch diese Art von Steinen loszuwerden kann zum Beispiel sein, sich auf neue Situationen bewusst einzulassen. So kannst Du Dich vielleicht davon überzeugen, dass Deine selbst aufgestellte These „Das geht nicht“ gar nicht zutrifft.

Selbstmotivation ist nicht immer ein Erfolgsgarant

Selbstmotivation ist eine effiziente und durchaus erfolgreiche Methode um sich gezielt auf eine Aufgabe, ein Projekt oder eine bestimmte Lebenssituation einzustellen und zu motivieren.

Es ist sogar neurowissenschaftlich bewiesen, dass wir durch künstlich erzeugte Reize, wie z.B. ein „Fake Lachen“, die gleichen biochemischen Reaktionen in unserem Gehirn auslösen können, wie durch ein natürliches Lachen. Man muss seinem Gehirn diese künstlichen Reize nur lange genug vorgaukeln.

Jedoch hat Selbstmotivation einen Haken: Sie dient nur als kurzfristige Maßnahme und kostet uns zudem einiges an Anstrengung und Energie.

Wenn Du ein generelles Problem mit Deiner Motivation hast, dann ist es auf Dauer nicht ratsam sich selbst und seinem Gehirn etwas vorzuspielen.

Wenn Du Deinen Motivationsfluss wieder auf natürliche Art und Weise in Schwung bringen möchtest, dann sorge zuerst dafür, dass Deine Steine aus dem Weg geräumt werden.

Bildquelle:
"Bored man daydreaming showing no interest sitting at table" ©pathdoc@fotolia.com
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