Digitale Ablenkung im Job! Die Top 3 Produktivitätskiller und was Du gegen sie unternehmen kannst

Die Top 3 Produktivitätskiller und was Du gegen sie unternehmen kannst

Hand aufs Herz – die meisten von uns lassen sich recht schnell ablenken. Auf mich trifft das definitiv zu.

Kurz die neusten E-Mails checken, ein Blick auf die Smart Watch um die letzte WhatsApp Nachricht zu lesen oder ein schneller Post auf Facebook, Twitter und Co. Immer mehr Menschen können der digitalen Versuchung nur schwer widerstehen und lassen sich von ihrem eigentlichen Vorhaben abbringen.

Fokussiertes Arbeiten wird uns im digitalen Zeitalter wahrlich nicht leichtgemacht. Ablenkungen sind jederzeit, in einem niemals endenden Strom aus Informationen, verfügbar.

Zudem sind wir von Natur aus mit einem Geist ausgestattet, der nur darauf brennt abgelenkt zu werden. Wir sind neugierig und möchten permanent auf dem aktuellen Stand sein, keinen Trend verpassen und stetig dazulernen.

Wir lassen uns einfach gerne ablenken, was es uns nicht gerade einfach macht dauerhaft konzentriert zu arbeiten.

Ohne Zweifel hat die digitale Technologie unsere Produktivität in vielerlei Hinsicht gesteigert, jedoch haben die ständige Verfügbarkeit von Informationen, gepaart mit mobiler Technik, ebenso ihre Schattenseiten.

Folgen der digitalen Ablenkung

Laut einer Studie der Uni Bonn unterbrechen wir unsere Arbeit im Durchschnitt alle 18 Minuten, um einen Blick auf unser Smartphone zu werfen. Satte 53-mal aktivieren wir demnach unser Smartphone am Tag! Der ein oder andere wird das mit Sicherheit toppen können.

Wenn wir einmal abgelenkt worden sind, so kann es bis zu 20 Minuten dauern, das ursprüngliche Konzentrationsniveau wiederzuerlangen!

Ablenkung und Konzentrationsverlust reißen uns nicht nur aus unserem Flow und machen es uns schwer, wieder in die begonnene Aufgabe einzuarbeiten, sie erhöhen nachweißlich die Fehlerhäufigkeit und sind nichts anderes als Ineffizienzen, die den Arbeitgeber bares Geld kosten.

Eine ebenso große Gefahr birgt die digitale Ablenkung für uns selbst. Neben der Fehlerquote wird nämlich auch unser Stresslevel erhöht. Gefangen im „digitalen Hamsterrad“, gelangen nicht wenige Arbeitnehmer in einen Strudel aus Ineffizienz und Zeitmangel, den Sie versuchen mit noch größeren Anstrengungen wieder auszubügeln.

Leistungsdruck, Überstunden und Wochenendarbeit sind häufig die Konsequenz. Wir können auch im Privatleben nicht mehr richtig abschalten und vernachlässigen dabei uns selbst, unsere Familien und unsere Freunde. Nicht selten sind Erschöpfung, Depressionen oder gar Burn-Out das Ende dieses Strudels.

Soweit muss es nicht kommen!

Die 3 größten digitalen Zeitfresser

Unabhängig vom genutzten Endgerät thronen die sozialen Medien unangefochten an der Spitze der digitalen Zeiträuber. Instagram, Facebook und Twitter sind für viele von uns nicht mehr wegzudenken und haben sich fest in unseren Alltag etabliert. Natürlich wollen wir immer up-to-date sein und keine Neuigkeit unserer Freunde oder Idole verpassen. Wir posten, twittern oder liken während der Arbeit ebenso wie im Privatleben gerne und oft.

Der Spitzenreiter wird dicht gefolgt von Messenger Apps wie WhatsApp. WhatsApp wird weltweit von mehr als 600 Millionen Mitgliedern verwendet und wird häufiger genutzt als die Telefonfunktion des Smartphones. Gut und gerne 41 Minuten haben die zufällig ausgewählten Testnutzer der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen, während einer Studie, mit der Messenger App verbracht! Durchschnittlich 23-mal am Tag wurde die App dazu aufgerufen.

E-Mail zählen ebenfalls zu den Top Ablenkungsquellen. Bei mir ist das definitiv der Fall. Hört man den Signalton oder sieht man das Popup Fenster auf dem Bildschirm aufkommen, so möchte man in der Regel sofort wissen was los ist. Unsere Neugier und die Angst etwas zu verpassen treiben uns dazu, unsere Tätigkeit zu unterbrechen und die E-Mail zu lesen.

Was tun gegen die andauernd lockenden Ablenkungen?

Mit einigen einfachen Tipps versuche ich meinen Arbeitstag besser zu strukturieren und mich nicht in den digitalen Ablenkungen zu verlieren. Keine Angst, ein Smartphon-Entzug zählt nicht dazu.

  • Ein relativ einfaches Mittel ist es bereits, dass private Smartphone lautlos zu stellen (die Vibrationsfunktion ebenfalls ausschalten).
  • Die Benachrichtigungsfunktion des E-Mail-Programms lässt sich in der Regel ebenfalls mit wenigen Klicks deaktivieren.
  • Plane feste Zeiten zum Lesen von E-Mails ein
  • Ebenfalls empfiehlt es sich regelmäßige Pausen einzuplanen, in denen du dich WhatsApp Nachrichten und Social-Media widmen kannst. (Falls es dir schwerfällt regelmäßige Pausen einzuhalten, dann kann dir das Online Toll Time Out vielleicht dabei behilflich sein. Hier kannst Du einen individuellen Pausenrhythmus erstellen. Während der Pausen wird der Bildschirm verschleiert, so dass Du dich ganz auf die Pause konzentrieren kannst.
  • Neben Time Out gibt es viele weiter technische Hilfsmittel, die du einsetzen kannst, um dich weniger ablenken zu lassen. Tools wie Self Control Study oder Rescue Time, sperren dabei auf dem Smartphone oder dem PC den Zugang zu den größten Aufmerksamkeitsdieben.
  • Um ein gutes Zeitmanagement zu erzielen, kann es sehr hilfreich sein, Methoden wie die Pomodoro-Technik anzuwenden. Hierbei folgt auf eine 25-Minütige Arbeitszeit immer eine 5-Minütige Pause. Nach der vierten Pomodoro-Einheit wird eine „große Pause“ von 30 Minuten eingelegt. Ein solch strukturierter Arbeitsrhythmus kann dir dabei helfen deine Zeit effizienter zu nutzen.

Es gibt mit Sicherheit noch weitere gute Tipps und Tools, die uns dabei helfen können, konzentrierter zu arbeiten und uns weniger ablenken zu lassen. Mich interessiert natürlich auch welche Methoden, Tools oder Tipps Du noch auf Lager hast um den digitalen Zeitdieben den gar aus zu machen! Lass uns doch einen Kommentar da und berichte uns von deinen Erfahrungen.

Fazit

Es geht nicht darum die digitalen Technologien als schlecht abzustempeln oder sie gar abschaffen zu wollen (Ich selber liebe mein Smartphone). Keiner ist perfekt und kleinere Ablenkungen gehören einfach dazu. Sie können uns oftmals sogar guttun. Es geht primär darum den gesunden Umgang mit unseren kleinen Alleskönnern zu erlernen.

Wenn wir in der Lage sind, gezielt unsere potentiellen Zeitdiebe zu identifizieren, und passende, individuelle Maßnahmen zu finden um sie einzudämmen, dann können wir uns auch in Zukunft an den tollen und vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Technologien erfreuen.

Digitale Grüße

Dennis

PS: Nicht zu vergessen sind natürlich auch noch die „realen“ Ablenkungen, die uns im Berufsalltag die Zeit rauben. Dazu gehören Klassiker wie der Plausch mit dem Kollegen, die Raucherpause oder der Papierstau im Drucker. Auch hier gibt es einige Tipps und Tricks wie man den analogen Störenfrieden entkommen kann. dazu mehr in einem separaten Artikel…

Quellen:
https://www.uni-bonn.de/neues/195-2015
https://www.fau.de/2014/12/news/wissenschaft/ich-weiss-genau-dass-du-waehrend-der-arbeit-chattest/
Bildquellen:
"data" ©vege @fotolia.com
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