Was Du von Jim Knopf und Momo über Stressmanagement lernen kannst

Was Du von Jim Knopf und Momo über Stressmanagement lernen kannst

Ein Gastbeitrag von David

Über Stress wird sehr viel geredet und diskutiert. Es gibt hunderte von Ansichten und Thesen von und über Stress. Wie er entsteht, welche Auswirkungen er hat oder auch wie man lernt damit umzugehen. Jeder fühlt sich irgendwann mal gestresst, bei manchen ist es dauerhaft und bald schon chronisch.

Ich fand Stress und seine Folgen schon immer interessant und habe es bei mir selber, aber auch bei meiner Arbeit, oft beobachtet.

Seit ca. 13 Jahren moderiere ich Workshops und halte Schulungen zu verschiedenen Themen. Auch als Prüfer oder Dozent treffe ich regelmäßig auf gestresste Menschen. Erkennbar ist ganz klar: wer die Kompetenzen beherrscht und früh genug angefangen hat zu lernen, kann punktgenau abliefern. Bei den anderen kommt der zeitliche Faktor ins Spiel. Der Tag X. Stress ist vorprogrammiert.

Wir müssen lernen, mit Stressbelastungen, wie Zeitdruck und Versagensangst, umzugehen – denn vermeiden können wir diese nicht, auch nicht bekämpfen. Ok, einige werden jetzt sagen,  dann muss du eben den Job wechseln. Aber wollt ihr immer auf der Flucht sein? Euch verstecken?

Wir können uns nicht teilen- zumindest noch nicht.

Nein, aufstehen, Mund abwischen und seinen Mann oder seine Frau stehen. In jeder Situation.

Stelle dich der Aufgabe und wachse mit ihr

Ich gebe zu, manchmal möchte auch ich einfach mal das Licht im Betrieb ausmachen und mit einem Knüppel durch die Halle laufen. Man wird garantiert die richtigen treffen…. Die Stressfaktoren, die Verursacher, diese kleinen fiesen Bakterien.

Aber dies ist nicht wirklich eine Lösung.

„Stress ist für mich persönlich einfach zu erklären. Stress entsteht dann, wenn Kompetenzdefizite mit dem Faktor Zeit aufeinander treffen.“

Die Defizite in den Kompetenzen sind bei mir selber zu suchen und zu bekämpfen. Der zeitliche Faktor kommt meist von außen und kann so gut wie nicht bekämpft werden – es sei denn, der Chef läuft zufällig bei ausgeschaltetem Licht durch die Halle. 🙂

Herr der Kompetenzen – Oder es läuft wie geschmiert

Wer kennt das nicht: kurz vor Feierabend kommt der Chef an und möchte noch schnell eine Auswertung haben.

Der alleinige Faktor Zeit, nämlich das „schnell“, verursacht noch kein Stress.

Geht es schnell, ist die Sache bald gegessen und ich kann nach Hause. Habe ich aber Defizite, mit zum Beispiel Excel weil ich den S-Verweis nicht beherrsche, entsteht erst wirklich der Stress. Gedanken wie: ich kriege das nicht hin oder der Chef muss ja denken ich sei unfähig, warum klappt das jetzt nicht?  – bringen erst wirklich unser Blut zum Kochen und lassen uns schwitzen. Und wenn dann plötzlich noch das Telefon klingelt – ein Traum.

Weiter geht es mit „und das kurz vor dem Feierabend, ich will doch zum Sport“. Gedanken, die mit der eigentlichen Situation nichts zu tun haben, aber zum eigenen Schutz dienen- denn der Chef alleine ist doch alles schuld.

Willst du ihn jetzt dafür erschlagen oder ihm dein heißgeliebtes Mozzarella Brötchen quer in den Mund stopfen, ihn dabei anschreien und ihm etwas auf die Stirn kritzeln? Nein, das möchtest du nicht wirklich, oder?

Werde Herr deiner Kompetenzen. Werde in allen Sachen einfach besser. Je mehr du kannst und weißt, desto weniger Stress wird auf dich zurollen. Einmal Erlerntes auf andere Situationen übertragen. Du wirst erkennen, wie leicht viele Situationen zu meistern sind, wenn man mehr kann und weiß.

Bilde Synapsen. Der Transfer von kognitiven Fähigkeiten ist dein Schlüssel um mit einem guten Puls durch den Tag zu gehen.

Und als ich hier so schreibe, erlebe ich gerade an der Bordbar eine echt passende Geschichte: ein Mann bestellt sich ein komisches Getränk, der Kellner kann das aber irgendwie nicht an der Kasse buchen. Weil die Bar voll ist, und alle nach Ihren Landausflügen Durst haben, wird es immer voller. Der Kellner ruft vergeblich seine drei Kollegen um Hilfe. Er wird langsam rot im Gesicht, Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn. Er ist sichtlich nervös. Er kommt einfach nicht weiter. Die wartenden Gäste werden ungemütlich und verbal verlieren einige schon die gute Etikette.

Bis nach vier oder fünf Minuten ein Kollege aus der Küche kommt, etwas in einer asiatischen Sprache spricht, grinst und im Vorbeigehen zwei Tasten der Kasse hintereinander drückt. – Problem gelöst!

Er kennt seinen Job und der andere Kellner kann nun wieder grinsen.

Und ich auch.

Herr der Regeln – Oder wer fuscht verliert

Achte auf die Details, auf die Haken und Ösen im wirklichen Leben. Du kannst dein Leben nicht auf Träumen und Wünschen aufbauen. Ein gutes Leben fällt nicht einfach vom Himmel. Dein Leben baust du von unten nach oben auf, mit harter Arbeit und klaren Entscheidungen.

Es gibt Regeln und Dinge, die sich nicht verändern werden, nur weil du es gerne so hättest. Deine Aufgabe ist es, diese Regeln zu verstehen. Wenn du das schaffst, wenn du dir Mühe gibst und klug bist, geht alles gut – und wesentlich stressfreier

Herr der Zeit- Oder wie Momo es sieht

Nicht nur der böse Chef erzeugt bei uns den Faktor Zeit, der bei schlechter Kombination mit den Defiziten Stress auslöst, sondern sehr oft auch wir selber.

Eine sehr wichtige Kompetenz, privat wie beruflich, ist das Zeitmanagement. Ich las mal einen Bericht von einem Millionär, der auf die Frage warum er so reich sei antwortete:“ ich stehe jeden Morgen um fünf Uhr auf „. Cool, das probiere ich ab sofort auch aus, dachte ich mir und betreibe den Wahnsinn nun schon etwas länger.

Ich möchte beim Aufwachen immer eine 4 als erste Zahl auf dem Wecker stehen sehen. Reich bin ich natürlich nicht geworden. Aber eins habe ich gelernt: man kann den Tag perfekt gedanklich durchspielen. So spart man sich viele falsche Vorgehensweisen und Reihenfolgen, die unendlich viel Zeit kosten.

Stehe früh auf und erledige zu Hause ein paar Handgriffe, die du dann abends nicht mehr machen musst, oder welche die dir helfen, damit es nach der Arbeit besser fluppt. Sei es nur Wäsche waschen. Plane überall etwas Puffer ein, egal bei was.

Pflege deinen Kalender gut, denn er ist dein bester Freund, der nie etwas vergisst. Organisiere to do’s mit der Erinnerungs-Funktion des Handys und lasse sie dir punktgenau auf der Smart Watch anzeigen. Halte es wie Momo und gib Zeitdieben nie die Gelegenheit, dir auch nur annähernd ans Bein zu pinkeln.

Dabei fällt mir immer die kleine, nette, Portugiesin bei uns aus der Rechnungserstellung ein. Diese kommt mehrmals am Tag mit der Frage „haben Sie kurz Zeit für mich?“ Und ich liebe meine Antwort, die ich schon ca. 6 Jahre bringe „wenn nicht ich, wer sonst?“ Habe ich wirklich mehr Zeit als sie? Die Zeit liegt auf der Straße, bück dich einfach und hebe sie auf.

Oft höre ich „wann soll ich das denn noch machen? Ich habe so viel zu tun, da habe ich keine Zeit mehr für“ Mit meinem netten Sarkasmus frage ich dann oft : „hat ihr Tag weniger als 24 Stunden?“. Klarer Fall von Defiziten im Zeitmanagement.

Mach doch einfach mal einen Test: schreib an Personen, von denen du glaubst das diese immer gestresst sind, öfters mal schon morgens um fünf Uhr Emails. Sie werden dir schon bald berichten, wann sie aus ihren Pubsburgen steigen und zur Arbeit fahren. Sei ihnen immer voraus. Den Zusammenhang erkennt man schnell.

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Herr des Körpers – Oder wie man von der Physik lernen kann

Treibe Sport!

Härte ist der Widerstand eines Körpers gegen das Eindringen eines anderes Körpers.

Sport macht dich widerstandsfähig. Nach einer Zeit prallt der Stress einfach an dir ab – so wie ein Regentropfen an einer viel zu überteuerten Wolfskin Jacke.

Versuche nicht nur eine Sportart zu betreiben, so erhälst du wesentlich mehr Bewegung. Joggen ist gut um das Geschehene zu verarbeiten und den Schädel wieder frei zu pusten, Kraftsport stählt deinen Körper.  Und die weibliche Hälfte hat auch noch etwas zum Gaffen. Klar braucht jeder mal schön fettige Fritten mit Majo und Ketchup, aber ernähre dich in der Mehrheit gesund und lass die 1,5 Liter Soße zu den Knödeln vom Teller. Obst und Gemüse sollten nie fehlen. Trinke viel Wasser und lasse süße Getränke aus deinem Leib. Du wirst Stress mit ganz anderen Augen sehen.

Herr der Karten- Oder ett kütt wie ett kütt

Viele sagen, dass Leben ist wie ein Kartenspiel. Das ist absolut richtig. Es sei mir nur eine Anmerkung erlaubt: die Karten werden mehrmals am Tag gemischt und verteilt. Und wie es nun mal so ist, mischt man in einer großen Runde die Karten nicht ganz so oft selber.

Sieh alles wie ein Kartenspiel. Stelle dir vor, du wirst morgens wach und auf deinem Nachttisch liegen deine fünf Pokerkarten, was da drauf steht, ist einfach dein Plan für heute- zumindest der erste. So könnte auf Karte eins stehen „Musterung für Kunde A durchführen“. Auf Karte zwei „Urlaubspläne Personal erstellen“ und auf Karte fünf „mit Bernd um 19 Uhr joggen“ da alles ein Kartenspiel ist, kommt es wie es kommt. Karte eins wird getauscht gegen „Maschine defekt, Kunden sofort informieren“. Karte zwei gegen „Mitarbeitergespräch mit Kollegen A führen, weil Urlaubswunsch wiederholt nicht abgegeben“ und Karte fünf gegen „Notdienst Heizung anrufen, springt nicht mehr an“.

Wie du siehst, kommt eh alles anders als du denkst und diese Gewissheit sollte dich unheimlich ruhig machen. Pass dich den neuen Situationen an, spiele mit den neuen Karten und versuche sie schnellst möglich auszuspielen. Kannst ja eh nichts dafür. Und egal was du dir für den Abend vornimmst, wenn du nach Hause kommst, hat deine Frau auch noch fünf Karten für dich.

Herr des Lifestyles – Oder wie Jim Knopf es macht

Viele Menschen funktionieren am besten unter Stress. Das geht aber auf Dauer nur gut, wenn als Gleichgewicht Ruhe auf der anderen Waagschale liegt. Fahre regelmäßig runter. Gönne dir kleine Auszeiten über den Tag verteilt. Du alleine bestimmst wann Feierabend ist. Damit meine ich nicht den beruflichen, sondern den privaten Feierabend. Gehe nach der Arbeit einkaufen, hilf deinen Freunden oder räume zu Hause etwas auf.

Ich halte es da wie Jim Knopf wenn er seine Lok abgestellt hat, irgendwann musst du sagen: so Emma, Feierabend- aber bitte bevor es zu spät ist. Urlaube, ob kurz oder lang, schön mit dem Partner oder Freunden essen gehen oder Spiele spielen, mal ein schönes Konzert auf DVD ansehen, sich auch mal eine Flasche Wein in den Kopf schrauben – genieße das Leben, es ist viel zu kurz. Lache viel und genieße die Zeit mit deinen Liebsten. Das stärkt dich und bereitet dich auf neue harte Aufgaben vor.

Stay strong
David

Bildquelle:
"children and book" ©Tiko@fotolia.com
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